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Posts Tagged ‘ZDF’

Jahrelang hatte sich das ZDF bemüht und vor Kurzem war es endlich soweit: Einmalig in der Geschichte des durch Steuergelder zwangsfinanzierten Fernsehsenders, konnte der Möchtergern Präsident Ahmadinejad den Journalisten Claus Kleber interviewen. Wie soll man dieses bittere Schauspiel, in dem Ahmadinejad fast ohne Unterbrechung sprach und dem Journalisten Kleber ständig Fragen stellte, auf die dieser auch noch gelegentlich einging, sonst auch nennen?

Das Interview, das in Teilen einen Tag vor dem persischen Neujahrsfest ausgestrahlt wurde, war eine Farce, die den erfahrenen Journalisten Kleber als Tölpel darstellt. Knappe 45 Minuten lang hat Ahmadinejad die Bühne des öffentlich-rechtlichen Senders genutzt, um seinen antisemitischen Müll zu wiederholen, Amerika als Satan darzustellen, zu versichern, dass „sein Volk“ Deutschland und auch Claus Kleber liebt und allen Regierungen dieser Welt – insbesondere denen der USA und Israel – ungefragt Ratschläge zu erteilen, wie man den richtig regiert. Das können sich die Staaten ja eigentlich auch bei den Vorzeigeherrschern aus Teheran auch direkt abgucken.

Beinahe teilnahmslos saß Kleber Ahmadinejad gegenüber und hat ihn gewähren lassen. Steilvorlagen, die Ahmadinejad in Geboten hat („Wenn Ahmadinejad die Bombe bauen will, wird er es verkünden“), hat er als solche nicht erkannt. Die Menschenrechte hat der Anchorman des ZDF nur mal so am Rande angesprochen, nicht, dass ihm einer noch am Ende vorwerfen kann, er hätte sie außenvor gelassen. Gefühlte 500 mal sprach Ahmdinejad in den knappen 45 Minuten von Gesetzen und Rechten, die für alle gleich sein müssen. Kleber hörte ihm stumm zu. Wie wäre es mit der Frage gewesen, warum im Reich der Mullahs die lächerlichen Gesetze nicht für jeden gelten? Während Israel und Amerika böse sind und das liebevolle Europa gegen die Mullahs aufhetzen, sind die Turbanträger natürlich lammfromm. Wie wäre es mit der Frage gewesen, warum die IRI seit Jahrzehnten die Hamas und die Hisbollah finanziert und so eine ganze Region im Würgegriff hält?

Unfassbar ist, dass die Mullahs sich mittlerweile nicht einmal mehr bemühen, den Schein von der Wahrung der Menschenrechte aufrechtzuerhalten. In Frankreich würden Demonstranten von der Polizei auch brutal behandelt, warum gerät der Iran in den Fokus? Und Claus Kleber guckt vor sich hin und lässt das einfach stehen! Und überhaupt gebe es Nachbarländer, die nicht einmal Wahlen abgehalten haben. Und Claus Kleber schweigt. Kein Hinweis auf die manipulierten Wahlen, kein Ton über den brutalen Sommer 2009. Keine Zurechtweisung des schielenden Ahmadinejads, wie er sich das Recht herausnimmt, im Namen des persischen Volkes zu sprechen, angesichts der Vorfälle vor knapp 3 Jahren.

Der Spitzenjournalist Kleber zog es vor, zu schweigen und zu genießen, dass Ahmadinejad ihn empfangen hat, um eines seiner „seltenen Interviews“ zu geben, wie der Sender verlauten ließ. Damit hat sich der Nachrichtenmann, der offenbar unvorbereitet in das Interview gegangen ist, aber kein Gefallen getan. Es war eine Ohrfeige in das eigene Gesicht, sich wie ein Idiot von einem Mann vorführen zu lassen, an dessen Händen Blut klebt.

Und am Ende des Interviews stellte sich der aufmerksame Beobachter die Frage: „Warum genau sollte das Interview eigentlich stattfinden?“ Denn außer den altbekannten Hasstiraden und Provokationen hatte das Interview nichts zu bieten. Nur die Erkenntnis, dass Claus Kleber ein überschätzter Journalist ist.

Auch wenn das ZDF darauf besteht, das sein Vorzeigejournalist Kleber ein „Kenner der Region“ ist, der ehemalige Washington-Korrespondent hat sich selbst entlarvt und bewiesen, dass er vom Iran keine Ahnung hat. Am Ende des Interviews bedankt er sich bei Ahmadinejad mit dem Wort „Shokran“. Das ist ein arabischer Begriff, der im Iran nicht verwendet wird. Nicht einmal von den Mullahs.

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Die Nachricht hat hohe Wellen geschlagen: Die Chefs von ARD und ZDF, Peter Boudgoust und Markus Schächter, haben es sich nicht nehmen lassen, den Chef-Zensor der Islamischen Republik Ezzatollah Zarghami, letzte Woche höchstselbst zu empfangen.
Es ging, wie kann es anders sein, wenn demokratische Staatsbürger Lakaien von Terror-Regimen zum Gespräch bitten, ums Geschäft.
Die öffentlich rechtlichen Sender, die von den Bürgern zwangsweise finanziert werden, würden das Wort Geschäft niemals in den Mund nehmen. Die Herren Schächter und Boudgoust umschreiben das Geschäft mit „Gedankenaustausch“.
Die ARD und das ZDF wollen eine „unabhängige Berichterstattung“ aus dem Iran, heißt es. Auf das Protestschreiben eines Iraners antwortete das ZDF:

Das ZDF hat seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, in Teheran wieder ein ständiges Büro (kein Studio) einrichten zu können. Intendant Schächter betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer ungehinderten und unabhängigen Berichterstattung aus dem Iran. Es wurden keine Vereinbarungen getroffen oder Verträge abgeschlossen.

Wer soll das glauben, dass dem Revolutionsgardisten, dessen Truppe unter Befehl des Geistigen Führers steht, und Zarghami so was wie der Botschafter Chameneis ist, keine Zugeständnisse gemacht worden sind? Ein Büro in der Islamischen Republik einrichten zu dürfen bedeutet der IRI in irgendeiner Form entgegen zu kommen.
Warum soll eine unabhängige Berichterstattung gerade jetzt möglich sein, wenn der ZDF-Korrespondent Halim Hosny im vergangenen Sommer, als eine unabhängige Berichterstattung bitter nötig gewesen wäre, von den Mullahs aufgefordert wurde, das Land zu verlassen? Hosny, sei es aus Naivität oder Kalkül, behauptetet hinterher, das Land freiwillig verlassen zu haben. So nennt man einen Rausschmiss also.
Wie viel ist aber eine Berichterstattung der freien Medien aus dem Iran wert? Hier sollte man sich nichts vormachen, denn eine freie Berichterstattung, so wie man sie im Westen kennt, wird es über den Iran niemals geben. Warum dies niemals so sein wird, erkennt man auch daran, dass einer jener Männer, die im Sommer (und nicht nur zu dem Zeitpunkt) mit äußerster Brutalität gegen die Perser vorgegangen sind, der Chef des Staatsrundfunks der Irib ist. Sie töten, verwüsten und stehlen im Auftrag ihres Führers, Chamenei. Nun soll der Pasdaran (so heißen die Revolutionsgardisten auf Farsi) Zarghami, Boudgoust und Schächter also die unabhängige Berichterstattung ermöglichen. So, so man lernt wirklich nie aus.
Was heißt beim ZDF eigentlich unabhängig? Die Frage muss erlaubt sein, ob das ZDF Unabhängigkeit überhaupt zulässt. Es ist erst wenige Monate her, da hat der aus der Politik endlich scheidende Roland Koch, vor den Augen der Nation den renommierten Journalisten Nikolaus Brender aus dem ZDF gejagt. Der Fall war wochenlang Thema in den Medien, denn Brender galt als politisch unabhängig. Markus Schächter hat sich zwar verbal für Brender stark gemacht, aber Taten hat er nicht folgen lassen. Brender musste gehen, weil er nicht der Freund der Politiker sein wollte.
Und genau dieses ZDF, das den Abgang seines Chefredakteurs erstaunlich schnell weggesteckt hat, spricht nun von unabhängiger Berichterstattung aus einem totalitären Staat!!!
Wenn die öffentlich rechtlichen Sender, die mit dem Geld der Gebührenzahler sinnlose Sender wie etwa ZDFneo gründen, der lediglich nur wiederholt, was das ZDF zeigt, dann mal aus dem Mullah-Land berichten, dann gibt es wenig Kritisches über Ahmadinejad und Co. zu hören. Vielleicht auch nicht weiter erstaunlich, wenn ein ständiger Gast auf diesen Sendern der greise Peter Scholl-Latour ist.
Berichterstattungen sind heute aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Ein wichtiges Gut. Doch wie wertvoll ist die Berichterstattung der anerkannten Medien aus dem Reich der Mullahs wirklich? Erinnern wir uns an den vergangenen Sommer: Die Bilder, die um die Welt gingen von der ermordeten Neda, die blutüberströmten Leichen auf den Straßen, sie wurden nicht von den Kameras der Reporter eingefangen. Es waren die Perser selbst, bewaffnet mit ihren Handys, die der Welt zeigten, was sie ertragen müssen.
ARD und ZDF und auch andere Sender zeigten offizielle Bilder der IRI von den Wahlen und hielten sich auch an den offiziellen Angaben der Mullahs bezüglich der Wahlbeteiligung.
Es gab eine Zeit, da hätten die Perser die unabhängige Berichterstattung dringend benötigt. Da hat sie nur unzureichend stattgefunden. Heute erreichen uns aus dem Iran dank Youtube, Twitter, Facebook und anderen Plattformen im Internet Meldungen in nur wenigen Sekunden und damit weitaus schneller als die klassischen Medien, die in ihren Redaktionen immer noch entscheiden, welches Ereignis, Bild, Vorfall überhaupt eine Meldung wert ist.

Die Perser haben die Nachricht über das Hofieren Ezzatollah Zarghamis durch Schächter und Boudgoust nicht einfach hingenommen, sie haben sich organisiert und eine Reaktion gezeigt. Der Druck auf die öffentlich rechtlichen Sender wurde so immens, dass der Südwest Rundfunk sich genötigt sah, eine Stellungnahme abzugeben (SWR-Seite ganz nach unten scrollen).

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