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Posts Tagged ‘Teheran’

Im vorangegangen Beitrag hat bolbolbaham den sogenannten Al-Quds Tag im Zusammenhang mit dem Mullah-Regime etwas näher erläutert. Wie bereits gestern angekündigt, war am heutigen Tag auch ein Al-Quds Tag im Iran geplant und da ist Bemerkenswertes passiert: Während der Parolenrufer im Hintergrund immer wieder schreit „Tod Israel“ und „Tod den USA“, erwidern die Menschen aus Trotz aber etwas vollkommen Anderes. Wie um die Mullahs zu provozieren, rufen sie gemeinsam „Tod Russland“. Neben China ist Russland der Unterstützer des Mullah-Regimes; insbeosondere im Sicherheitsrat der UNO.

Interessantes ist auch auf diesem Video zu hören: Die Menschen rufen „Nicht für Libanon, nicht für Gaza; ich opfere mich für Iran“

An dieser Stelle noch einmal ein kleiner Eindruck darüber, was der AL-Quds Tag ist:

Im Juli 1979 verkündete Ayatollah Khomeini die Einführung des „Al-Quds-Tages“: „Ich verlange von allen Moslems der Welt und von allen moslemischen Regierungen, dass sie die Hände dieser Usurpatoren und ihrer Unterstützer abhacken. Ich lade alle Moslems der Welt ein, dass sie gemeinsam den letzten Freitag im heiligen Monat Ramesan als Al-Quds-Tag (Jerusalem Tag) wählen und ihre internationale moslemische Solidarität zur Unterstützung der legitimen Rechte des moslemischen palästinensischen Volkes erklären. Ich wünsche vom allmächtigen Gott den Sieg der Moslems über die Gottlosen.“ Textauszug nach der iranischen Zeitung Ettelaat (8.8.1979), Übersetzung von Wahied Wahdat-Hagh, MEMRI Special Dispatch – 2. November 2004
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Proteste halten an

Auch am gestrigen Dienstag sind wieder Hunderte Menschen auf die Straßen gegangen. Dem Nachrichtensender CNN wurde ein Video zugespielt, das zeigt, wie die sogenannten Sicherheitskräfte auf die Menschen schießen

Auf dem folgenden Video ist zu sehen, wie die Basijis an einer Frau zerren und sie schubsen

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Seit Tagen gibt es eine enorm hohe Zahl von Hinrichtungen, die im gesamten Land stattfinden. Immer wieder rufen Menschen aus dem Iran bei persischen Medien, die aus den USA senden an und berichten über geplante Hinrichtungen. Laut ihren Aussagen wird geplant in den nächsten Tagen mehrere Hundert Menschen zu exekutieren. Offiziell handelt es sich wie immer um Menschen, die sich verschiedenen Verbrechen schuldig gemacht haben sollen. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich bei diesen Exekutionen um Demonstranten handelt, die festgenommen wurden. Hierfür spricht zum einen die Massenhinrichtung und zum anderen die Freitagspredigt eines Mullahs von vor zwei Wochen.

Unterdessen bereiten sich die Menschen auf eine große Demonstration am heutigen Tag vor, der ein ganz besonderer ist: Heute vor zehn Jahren gab es  Studentenaufstände,[1] die blutig zerschlagen wurden. Aus diesem Anlass wollen die Menschen wieder auf die Straßen gehen. So schreibt jemand bezüglich der heutigen Demo bei Twitter: „Today is the big day, we’ll cast another turn in the course of history. Watch! “

Derweil mehren sich Augenzeugen, die davon berichten, dass die Polizei massenweise Demonstranten von Brücken wirft.


[1] Es muss darauf hingewiesen werden, dass der Beitrag des Online-Lexikons „Wikipedia“ zur Erläuterung der Studentenaufstände aus dem Jahre 1999 sehr Chatami-freundlich verfasst ist. Chatami war zu diesem Zeitpunkt Präsident des Irans und aufgrund seines Nichtstuns während dieser Unruhen haben sich die Menschen von ihm abgewandt. Ihnen wurde mehr als deutlich, dass auch Chatami, der bis zum heutigen Tag international als „Reformer“ vorgestellt wird, lediglich ein weiteres Gesicht des Mullah-Regimes ist.

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Gemeinsam mit dem iranischen Popstar Andy haben Jon Bon Jovi, sein Gittarist Richie Sambora und einige andere Musiker ein Lied für die Demonstranten auf den Straßen Irans gesungen.  Ben E. Kings Evergreen, Stand by Me, singen Jon Bon Jovi und Andy mit jeweils einer Strophe auf Farsi und stärken den Menschen, die noch immer Abend für Abend auf die Straße gehen, musikalisch den Rücken.

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Es sind die saubersten Präsidentenwahlen gewesen, die wir je hatten“, wird der Sprecher des mächtigen Wächterrats, Abbas Ali Kadchodai, heute zitiert. Die Prüfungen der Unregelmäßigkeiten seien abgelaufen und es hätte keinerlei Manipulation stattgefunden. Es gab zwar „kleine Unregelmäßigkeiten“, die gebe es aber schließlich laut Kadchodai bei jeder Wahl.

So läuft also eine „Wahlprüfung“ in der „religösen Demokratie“ Iran ab: zwölf Greise, die vom Volke nicht legitimiert sind, „prüfen“ hinter verschlossenen Türen Manipulationsvorwürfe, wissen aber noch vor Beginn der Prüfung, dass es nicht zur einer Annullierung kommen wird. Sie stellen zwar fest, dass es „kleine Unregelmäßigkeiten“ gegeben hat, aber so eine religiöse Demokratie hält das schon aus und man kann daher auch noch von den „saubersten Wahlen“  sprechen, die es je gegeben hat.

Dabei ist die Islamische Republik so vertieft in ihrer Überzeugungsarbeit von den saubersten Wahlen, dass ihr Widersprüche in den eigenen Aussagen gar nicht erst auffallen: So habe es in der Vergangenheit schon nie Manipulationen bei Wahlen gegeben, aber dennoch sind diese die saubersten! Damit verhöhnt die Islamische Republik all diejenigen, die Abend für Abend auf die Straßen gehen und ihr Leben für Freiheit und Demokratie aufs Spiel setzen.

Es ist unfassbar, was vor unser aller Augen in diesem Land geschieht und noch unfassbarer ist das quälende Schweigen der internationalen Führungskräfte. Mit unglaublicher Kälte, fast gleichgültig werden die Bilder von Toten und Verletzten aus dem Iran kommentiert. In Friedenszeiten immer die besondere Verwantwortung der Bundesrepublik für Menschenrechte betonend, scheint Merkel dermaßen von den Geschehnissen beeindruckt zu sein, dass es ihr die Sprache verschlagen hat . Gerade einmal ein Jahr ist es her, da hat die Bundeskanzlerin vor dem Europarat noch gesagt:

Es gibt in Fragen der Menschenrechte keine inneren Angelegenheiten eines Landes. Die Menschenwürde ist unteilbar. Es ist eine Frage der Werte, ob wir Handelsfragen den Vorrang vor Menschenrechten einräumen oder ob wir sagen: Grundregeln müssen auch in Handelsfragen Geltung haben. Europa wird daran gemessen, ob es Werte wie Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in seinem Handeln umsetze.  Wirtschaftsfragen und Menschenrechtsfragen dürfen keine Gegensätze sein.

Und warum, Frau Merkel, schaffen Sie es nun nicht, sich an Ihren eigenen Worte zu halten?

Ähnlich der Kanzlerkandidat der SPD,  Frank Walther–Steinmeier, von dem in zwei Wochen Unruhen lediglich zu lesen war: “Das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten ist ebenso wenig akzeptabel wie die fortgesetzte Behinderung einer freien Berichterstattung“, und wer, Herr Steinmeier, meinen Sie,  muss etwas gegen dieses inaktzeptable Vorgehen tun?

Auch der mächtigste Mann der Welt, von dem man aufgrund seiner Biographie und als angehöriger der Schwarzen Minderheit in den USA, die Jahrzehnte unterdückt wurde, erwarten darf, dass er sich deutlicher äußert, versteckt sich hinter merwürdigen Behauptungen:  So ist er der Meinung, dass es nicht gut wäre für die Menschen im Iran, wenn die USA sich einmischen würden. Dabei flehen sie die Welt um Hilfe, weil  die Schergen des Regimes mit aller Brutalität gegen sie vorgehen.

Gestern sind die Demonstranten wieder auf die Straßen gegangen, aber das internationale Interesse hat spürbar nachgelassen. In den Nachrichten wird die Situation kaum noch angesprochen, da nur noch wenige Journalisten vor Ort sind. Auch über Youtube kann man nur wenige Videos von den Unruhen finden, da das Mullah-Regime die Internetgeschwindigkeit auf ein Minimum reduziert hat. Derweil schweigt die Welt weiter und ihr beharrliches Schweigen erscheint einem so, als ob sie sich wünscht, dass die Proteste bald beendet sind; wie auch immer.

Vor drei Monaten, zum persischen Neujahrsfest, Norouz, gartulierte Präsident Obama in einer Rede den Menschen und zitierte dabei die ersten beiden Sätze eines der berühmtesten Werke des persischen Dichters Saadi:

Die Kinder Adams sind aus einem Stoff gemacht,
als Glieder eines Leibs von Gott, dem Herrn, erdacht

Das Gedicht geht aber noch weiter:

Sobald ein Leid geschieht nur einem dieser Glieder,
dann klingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider.

Ein Mensch, den nicht die Not der Menschenbrüder rührt,
verdient nicht, dass er noch des Menschen Namen führt.

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Trotz massiver Polizeipräsenz und zunehmender Gewalt sind auch am gestrigen Mittwoch wieder zahlreich Menschen auf die Straßen gegangen. Sie versammelten sich überwiegend an einem Ort in Teheran, Baharestan. Und wieder gingen die Sicherheitskräfte des Regimes massive gegen die Menschen vor.

Hier rufen sie „Tod der Diktatur

Eine junge Frau erzählt dem amerikanischem Sender CNN, wie die Sicherheitskräfte vorgehen

Das folgende Video haben wir bewusst nicht online gestellt, da eine blutüberströmte Leiche zu sehen ist

http://www.youtube.com/watch?v=-2W5GPmPR8o&feature=related

Unterdessen sind in europäischen Großstädten (in Deutschland u.a.  Hamburg, München, Hannover und Berlin) für heute Abend unter dem Motto „Ein Licht zeigt Hoffnung. Tausend Lichter zeige Gesicht“  zwischen 21:30 Uhr und 22:30 Uhr, stille Kundgebungen zum Gedenken an die Opfer geplant.  Für weiter Informationen bitter hier klicken.

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Gestern waren  in den deutschen Medien Bilder aus Teheran kaum noch zu sehen und heute erscheint es einem fast so, als ob sich die Lage dort „beruhigt“ hätte. Die dünne Berichterstattung ist kein Wunder, denn aus Deutschland ist lediglich ARD Korrespondent  Peter Mezger  vor Ort,  und auch er wird in den nächsten Tagen das Land wohl verlassen müssen.

In diesen Tagen wird das Telefon zum wichtigsten Kommunikationsinstrument, auch wenn es schwer ist nach Teheran durchzukommen. Gelingt es aber den Gesprächspartner auf der anderen Seite zu erreichen, werden folgende Eindrücke geschildert:  Auch gestern sind wieder zahlreiche Menschen auf die Straßen gegangen, um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Die Schlägertrupps befinden sich mittlerweile in allen Straßen und verhaften die Menschen und wollen damit verhindern, dass es zu großen Menschenansammlungen kommt; dennoch versammelten sie sich.

Die Demonstranten bringen indes großen Mut auf, denn es häufen sich Berichte, dass Menschen nach ihrer Verhaftung „verschwunden“ sind und die Angehörigen über ihren Verbleib nichts wissen. Um die Straßen „ruhig“ zu halten, werden Menschen sogar vom Einkaufen  abgehalten. Mit schwingenden Ketten über ihren Köpfen als Drohung, und mit dem Satz: ´Du brauchst heute kein Brot, geh`, werden die Menschen mit leeren Tüten wieder nach Hause geschickt. Bei vielen wirkt die Einschüchterung bereits und sie wagen sich kaum noch auf die Straßen. Diejenigen, die aber dennoch die Angst überwinden, riskieren ihr Leben: Wenn auch der letzte Journalist das Land verlassen hat, wird es wohl zu einem unfassbaren Blutbad kommen.

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