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Posts Tagged ‘Karroubi’

Ein sehr lesenswertes Interview hat die linke Zeitung „Neues Deutschland“ mit Mina Mossafer geführt, einer Regimegegnerin, die in Berlin lebt. Sie bestätigt, was Iranbaham in seine Beiträgen immer und immer wieder über Karroubi, Moussavi und der Grünen Bewegung schreibt.

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Iranbato hat bereits mehrfach über jene Mullahs geschrieben, die vom Westen so gerne als „Reformer“ bezeichnet werden. Immer wieder haben wir darauf hingewiesen, dass diese „Reformer“ aus dem System selbst kommen und die Islamische Republik erhalten wollen. Hier und da soll es zu Veränderungen kommen, das Gerüst soll aber nicht angerührt werden. Im Kern geht es ihnen auch weniger um Veränderungen, als vielmehr darum mit winzigen Zugeständnissen, die selbstverständlich sein müssten, das Volk dazu zu bringen endliche Ruhe zu geben.

Nun hat sich ein Spiegel Redakteur nach Teheran begeben und einen solchen „Reformer“, Mehdi Karroubi, zu einem Interview getroffen.
Aufgrund seiner Äußerungen, die viel über ihn und der Mullah-Sippschaft per se verraten, soll an dieser Stelle das Interview stellenweise analysiert werden.
Er beginnt das Interview mit, indem er versucht Mitleid zu erregen:
„Aber sie haben meine Partei „Etemad-e Melli“ („Nationales Vertrauen“) und mein Büro geschlossen, meine Zeitung gleichen Namens wurde verboten. Und ich habe ständig Polizei um mich herum. Wer mich besuchen will – Abgeordnete, Intellektuelle, Freunde – wird registriert, befragt und muss mit Konsequenzen rechnen. […] Zudem hat das Regime 14 Leute zu meinem sogenannten Schutz abgestellt. Sie sollen mich „vor Terroristen schützen“, wurde ich belehrt. Doch die eigentliche Aufgabe dieser Männer ist es, Informationen zu sammeln. Als ich aber vor einiger Zeit angegriffen wurde, haben diese Beschützer nichts unternommen, um mich zu verteidigen. Falls ich getötet werden sollte, kann ich nur empfehlen, erst einmal zu prüfen, ob der Täter nicht aus dem Umfeld meiner Beschützer kommt.“
Karroubi hält den Leser offensichtlich für dumm. Wenn er tatsächlich so überwacht wird und sich damit auseinandersetzen muss, ob er nicht bald schon umgebracht wird, stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie es Spiegel Redakteur Dieter Bednarz dann bis zu Karroubi geschafft hat? Wenn das Regime sich vor dem „Reformer“ Karroubi so fürchtet, das es ihn überwachen lässt und einschüchtert, dann ist es doch mehr als dämlich, wenn ein ausländischer Journalist, der durchaus in der Vergangenheit kritisch geschrieben hat, denn Möchte-gern Vorzeige-Mullah interviewen darf. Wieso hat Bednarz keinen freien Zugang zu Ayatollah Boroujerdi? Warum hört man von Boroujerdi seit Jahren nichts mehr, weiß nicht, wie es ihm in der Haft ergeht, während Karroubi seit dem letzten Sommer international präsent ist?

Dem Shah wurde immer wieder vorgeworfen, in den Gefängnissen foltern zu lassen. Darauf angesprochen, dass die Zustände in den Gefängnissen an frühere Zeiten erinnern erwidert Karroubi:
„Zwei Unterschiede gibt es: Beim Schah wurde von „Experten“ systematisch gefoltert. Das ist heute nicht so. Die Fälle sind Auswüchse, Verfehlungen Einzelner, die nicht im Auftrag der Führung gehandelt haben. Anders als heute durfte beim Schah aber zumindest öffentlich um die Opfer getrauert werden. Das hat den Seelen der Menschen gutgetan. […] wir haben kein System der Folterer.
Es ist wirklich ein Meisterstück, wie Karroubi seinem gebildeten Gegenüber so dreist ins Gesicht lügt und es ist traurig für diesen klugen Redakteur, dass er ihn so einfach davon kommen lässt, ohne nachzuhaken. Wie kann es angehen, dass das Foltern nur „Auswüchse, Verfehlungen Einzelner“ sind? Ist es nicht so, dass der Obermullah Chamenei und seine Pasdaran nicht über alles in diesem Land bescheid wissen? Wie kann es angehen, dass es seit 31 Jahren (!) Verfehlung Einzelner gibt, ohne dass irgendjemand, weder Khomeini noch Chamenei, Herr der Lage geworden sind? Dann heißt dies im Umkehrschluss, dass sie das System nicht unter Kontrolle haben und Versager sind. Ist es so? War es nicht aber Chamenei, der bezüglich der „Wahlen“ im vergangenen Sommer das Machtwort gesprochen hat und alle den Mund zu halten hatten?  Und wie steht es mit dem Vorwurf, das Karroubi ein Privatgefängnis besessen und gefoltert hat? Karroubi weiß, dass er lügt, denn Folter ist das gängige Instrument der Islamischen Republik. Jeder, der das Gefängnis lebend verlassen hat, berichtet davon. Vergewaltigung, Schläge, Tritte, Schlafentzug, Einzelhaft, Berichte darüber, dass man die Familie töten wird, getötet hat usw. sind gängige Mittel, um die Gegner zu vernichten. Sie passieren seit über 30 Jahren mit Wissen und im Auftrag der Obrigkeit. Karroubi ist klug genug es nicht zuzugeben, denn lang ist es nicht her, da gehörte er mit zu ersten Liga der Greise. Außerdem würde er damit auch zugeben, dass Moussavi, einst die rechte Hand Khomeinis, beteiligt gewesen ist an diesen Folterungen.

Auf Moussavi angesprochen sagt Karroubi:
„Wir haben noch immer engen Kontakt, schreiben uns, telefonieren miteinander. Zum vertraulichen Gespräch treffen wir uns mindestens einmal im Monat. Unsere Berater sehen sich viel öfter. Mussawi und ich arbeiten für die gleichen Ziele: Wir wollen kein anderes System. Unsere Verfassung garantiert ja Meinungsfreiheit und Demokratie. Wir wollen, dass diese Rechte verwirklicht werden.“
Für diesen Satz kann man sich bei Karroubi nur bedanken und hoffen, dass alle genau hinsehen. Er gibt zu, dass er und der feige Moussavi das System der Islamischen Republik aufrecht erhalten wollen. Es geht ihnen nicht um wahre Demokratie, die kann es nicht geben, wenn man an einer Islamischen Republik festhalten will. Religion steht immer im Widerspruch zum Weltlichen, weil sie sich immer wieder der Logik entzieht. Karroubi ist, wie Moussavi und all die anderen „Reformer“ gefrustet, dass er nicht mehr zur Herrschaft gehört und andere gerade dabei sind sich die Taschen zu füllen. Er möchte etwas vom Kuchen abhaben, weil er nicht mit den Herrschern zurecht kommt, sollen sie gehen. Da überhört der alte Mann dann auch die Rufe der Menschen „Tod der Islamischen Republik“! Nun sollten alle Exil-Perser, die sich haben blenden lassen, genau hinschauen. Karroubi präsentiert es auf dem Silbertablett: Moussavi und er und all die anderen „sympathischen Reformisten“ sind die Islamische Republik. Es ist fatal zu glauben, dass mit ihnen die Wende kommt. Sie werden das System nicht aufgeben, das sagt Karroubi selbst. Denn ohne dieses System werden sie nicht mehr existieren, es wäre ihr Todesurteil!

Karroubi macht eines deutlich: Am Ende des Tages bleibt ein Mullah ein Mullah und ist verlogen, heuchlerisch und hinterhältig.

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Meist droht sie nur, doch wenn sie zu sehr in Bedrängnis gebracht wird, dann handelt sie, gnadenlos. Zu Beginn sind es „kleine“ Aggressionen, doch irgendwann kann es dazu kommen, dass sie einen umbringen, die Schergen des Regimes.
Die Islamische Republik hat keine Skrupel, diese Lektion musste auch Mehdi Karroubi machen. Im vergangenen Sommer hat der Mullah bei den „Präsidentschaftswahlen“ verloren. Seither ist er immer wieder sehr laut gegen die Mullahs vorgegangen. Nun hat ihn wohl die Angst gepackt, denn wie die „Zeit“ schreibt, erkennt Karroubi nun die Wahl Ahmadinejads zum Präsidenten an.
Welch wunderschöner Beweis, wie feige die Mullahs letztlich sind. Noch immer gehen die Perser auf die Straßen, kämpfen um Freiheit und bezahlen wieder und wieder mit ihrem Leben. Das hält sie aber nicht davon ab weiterzumachen. Während Moussavi unerträglich laut schweigt (obwohl sein Neffe ermordet wurde), hat Karroubi nun entschieden sich aus der Situation zu befreien. Er hat ja auch nichts zu verlieren: finanziell geht es ihm blendend, er muss wohl nur zukünftig darauf verzichten irgendein Amt zu bekleiden.

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Mitte August war es, da hat der Mullah Karroubi mit einem Brief an Rafsanjani, seineszeichen Vorsitzender des Experten- und Schlichtungsrates (ein Gremium, das eigens für ihn erfunden wurde nach seiner Präsidentschaft) ein Tabuthema angesprochen: Die Männer und Frauen, die aufgrund ihrer Teilnahme an den Demonstranten nach den „Präsidentschaftwahlen“ verhaftet wurden, würden vergewaltigt und er (Karroubi) könne dies auch beweisen. Prompt wehrten sich die Herrscher des Landes und bestritten massiv, dass es zu solchen Verbrechen kommen würde. Karroubi beharrte jedoch darauf, dass er Recht habe.

Vor kurzem drangen mehrere Sicherheitskräfte in Karroubis Privaträume und stellen alles auf den Kopf, vernichteten alle Beweise, die Karroubi tatsächlich bessen hat, schlossen sein Büro und behaupteten, dass Karroubi keine Beweise für seine Behauptungen habe. In der Mullah-Sprache beschreibt man die Aktion naturgemäß etwas anders; so heißt es von der eigens für diese Angelegenheit eingesetzte „Untersuchungskommission“: „Zwei Treffen mit Karubi und die von ihm vorgelegten Unterlagen hätten ´keinerlei Beweise´für die von ihm erhobenen Anschuldigungen erbracht“ und weiter „Karubis Vorwürfe seien ´ohne Grundlage, weit entfernt von der Wahrheit und total konstruiert´„. Und die Kommission riet auch gleich, dass man  „gegen die ´Verantwortlichen für diese Anschuldigungen und ihre Komplizen´ gerecht und entschlossen“ vorgehen sollte.

Persische Exilmedien melden heute, dass Karroubi nun in Haft sitzt. Das wiederum dürften die Menschen als Vorwand nehmen, um in den nächsten Tagen wieder auf die Straßen zu gehen und zu protestieren. „Voice of America“ (Persian) zeigte bereits in ihrer heutigen Ausgabe von „Tafsire Khabar“, ein Video in dem eine Gruppe von Menschen sich versammelt hatten und laut „Mir Hossein“ (Moussavi) riefen.

Übrigens, die „Untersuchungskommission“ hat nicht gründlich gearbeitet: Ein junger Mann, der im Gefängnis vergewaltigt wurde, hat nach seiner Haftentlassung vor wenigen Tagen per Handykamera ein Video von sich aufgenommen und Karroubi darin von den ihm zugefügten Qualen berichtet. Das Video wurde von einigen Exilpersischen Medien bereits verbreitet.

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