Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Frankreich’

Clotilde Reiss, die junge Französin, die während der Demonstrationen im vergangenen Sommer festgenommen wurde, ist heute wieder sicher in Frankreich gelandet. Schön für Reiss, ihre Familie. Ganz besonders aber für Sarkozy, der sich für diese gelungene Befreiung feiern lassen wird.
Es bleiben aber eine Menge Fragen offen. Die erste wäre, was hat Reiss überhaupt im Mullah-Land gemacht? Lektorin sei sie gewesen an der Universität in Isfahan. Was kann eine so junge Frau dazu bewegen in den Iran zu gehen? Ein Land, das Gesetze nicht kennt, wo man als Ausländerin immer mit einer gewissen Furcht leben muss? Für die Karriere ist die Islamische Republik Iran auch nicht umbedingt die Adresse, die sich im Lebenslauf hervorragend macht und einen weiter bringt. Die Mullahs sind nicht als Freunde von weltlicher Bildung bekannt. Und die Mullahs lassen auch nicht jeden ins Land. Gerade im Bereich der Wissenschaft walten sie mit äußerster Vorsicht. Statistiken etwa, die beispielsweise Professor Volker Perthes gerne mal aus seinem Hut zaubert, sind das Papier nicht wert auf das sie stehen. Wissenschaftliche Studien sind dann glaubwürdig, wenn sie ohne Einschränkungen durchgeführt werden können. Das heißt, dass man zu jedem, den man für die Studie braucht, freien Zugang haben muss, die Personen nicht etwa vorher vom Regime selektiert wurden. Es bedeutet auch, dass alle Fragen gestellt werden können, ohne einen Aufpasser im Nacken und die Gefragten die Fragen ohne Einschränkungen beantworten. Im Mullah-Reich ist eine solche Studie unmöglich. Es sind also nicht die wissenschaftlichen Bedingungen gewesen, die Reiss in die Islamische Republik lockten.
Nun ist die junge Frau frei und Spiegel Online macht in seiner Meldung gewisse Andeutungen: So reißen die Stimmen nicht ab, die sagen, dass Frankeich sich auf ein Deal eingelassen hat. Es fällt immer wieder der Name Ali Wakili Rad. Er ist der Mörder von Shahpour Bakhtiar. Es bedarf nicht viel Phatansie um sich auszumalen, wer wohl der Auftraggeber des Mordes war. Es war auch die Islamische Republik, die damals einen französischen Anwalt zur Verteidigung Rads bezahlt hat. Was aber der Spiegel sehr vorsichtig formuliert, ist längst passiert: Reiss wurde freigelassen, im Gegenzug darf Mörder Rad wieder in die Islamischre Republik. Das hat Radio Israel vor einer Stunde bestätigt.

Werbeanzeigen

Read Full Post »

Dass es in den 30 Jahren des Daseins der Islamischen Republik  immer wieder Situationen gab, bei denen man am Verstand der Machthaber gezweifelt hat, ist nichts Neues; längst hat man sich daran gewöhnt. Weiß man doch, dass sie mehrheitlich nicht in den Genuss weltlicher Bildung gekommen sind und es einzig aufgrund ihrer Treue zum System und zum geistlichen Führer zu hohen Positionen gebracht haben. Dennoch schafft es das Mullah-Regime in manchen Momenten, dass man zunächst sprachlos ist, und diese Sprachlosigkeit dann über geht ins unglaubliche Kopfschütteln.

Folgenden Beitrag hat die Nachrichtenagentur Reuters am heutigen Tag auf ihrer Website veröffentlicht:

Iran bestellt französischen Botschafter ein

Teheran (Reuters) – Der Iran hat den französischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt, um gegen die angebliche Unterdrückung von Demonstrationen am Vorabend des Nationalfeiertags zu protestieren.

Die amtlichen Medien der Islamischen Republik berichteten am Donnerstag, am Vorabend des 14. Juli habe die französische Polizei eine große Zahl von Menschen verprügelt und festgenommen, die gegen die Politik von Präsident Nicolas Sarkozy protestiert hätten. „Die umfassende Unterdrückung von Protesten gegen die Politik Sarkozys hat eine nicht hinnehmbare Menschenrechtssituation geschaffen, gegen die die Islamische Republik protestiert“, erklärte ein leitender iranischer Regierungsvertreter Botschafter Bernard Poletti.

Die französische Polizei hatte in der Nacht zum Dienstag bei Krawallen in verarmten Vorstädten 240 Menschen festgenommen. Ein Dutzend Polizisten wurden nach offiziellen Angaben bei dem Einsatz verletzt.

Frankreich hatte im Juni massive Kritik an dem gewaltsamen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten geäußert, die gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni demonstrierten. Sarkozy hatte damals gesagt, dass iranische Volk verdiene eine bessere Führung als die gegenwärtige.

Angesichts der Bilder, die seit mehr als vier Wochen aus dem Iran um die Welt gehen, die prügelnde Polizisten zeigen und Zivilschläger, die mit Messern in der Hand Menschen jagen; angesichts des Mordes an der jungen Frau Neda und an den Teenager Sohrab und die vielen anderen Opfer, die noch namens- und gesichtslos sind, ist man zunächst sprachlos.

Sollten die französichen Polizisten tatsächlich so brutal vorgegangen sein, dann ist es doch -um es nach den Worten des Mullah-Regimes zu sagen- eine innere Angelegenheit. In seinen Augen müsste ein solches Vorgen legitimiert sein; schließlich prügelt, foltert und mordet es seit mehr als vier Wochen vor den Augen der Welt; nachdem er es 30 Jahre lang „heimlich“ gemacht hat. Die Verhaltensweise der Mullahs ist lediglich eine billige Provokation, um von sich selbst abzulenken. Doch das, was auf dem zweiten Blick erkennbar hinter diesem Verhalten steckt, ist zutiefst beunruhigend: Die Mullahs verfolgen eine primitive Freund-Feind Strategie. Weil man eng mit der Volksrepublik China befreundet ist, stört man sich nicht weiter daran, dass chinesische Polizisten derzeit auf muslimische Uiguren einprügeln. Lieber unterstellt man der deutschen Bundesregierung indirekt rassistische Züge aufgrund des Mordes an der Ägypterin aus Dresden, die von einem betrunkenen Deutsch-Russen niedergestochen wurde. Welche Verbindung es zwischen dieser bedauernswerten Einzeltat und der Bundesregierung geben soll, darauf wissen auch die nie um eine Antwort verlegenen Mullahs diesmal keine Antwort. Es fällt auf: Wenn „Freunde“ etwas tun, dann ist die Welt in Ordnung. Auf ihre sogenannten Freunde hören die Greise aus Teheran und richten gar ihre Politik nach ihnen. Wer aber nicht als Freund eingestuft wird, wird mit allen Mitteln bekämpft; alles ist recht und billig. Schaut man sich an, wer die Islamische Republik vom Bau einer Atombombe abhalten will (dabei soll an dieser Stelle außer Acht gelassen werden, wie halbherzig sie das tun), dann sind es die „klassischen Feinde“. Wer Feind ist -und ein solches System ist immer abhängig von einem gültigen Feindbild- von dem lässt man sich nichts sagen und schlimmer noch, man will es ihm zeigen und dabei ist alles recht und billig!

Read Full Post »