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Archive for Juni 2012

 

Das Bild zeigt die Mutter Nedas vor dem Bild ihrer ermordeten Tochter

 

 

Drei Jahre ist es mittlerweile her, als die mutigen Perser nach den manipulierten Präsidentschaftswahlen auf die Straßen gegangen sind und ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Die schockierenden Bilder aus Teheran, die prügelnde Basijis zeigten – bewaffnet mit Messern, Gewehren und Tränengas –  haben die Welt geschockt und den Mitfühlenden von Europa bis nach Asien die Kehle zugeschnürt.

Ein Video ging vor exakt drei Jahren um die Welt und beinahe schien es so, als würde die Welt sich für eine Minute aufhören zu drehen: Es zeigte, wie eine bildhübsche junge Frau auf offener Straße erschossen wird. Augenzeugen berichteten, dass es ein Handlanger des Regimes war. Bis heute wurde niemand offiziell für den Mord an Neda Agha-Soltan verurteilt. Wie auch? Direkt nach dem Mord ließ die IRI verbreiten, der Täter wäre ein Regime-Gegner. Dann hieß es, es war irgendein Ausländer, später war es ein Israeli, noch später ein Amerikaner. Irgendwann war Neda eine begabte Schauspielerin und der Mord nur inszeniert und dann hat das Verbrechen gar nie stattgefunden. Zurück bleibt eine Mutter, die innerhalb von drei Jahren stark gealtert ist und eine Familie, die bis heute den Mord nicht überwunden hat.

Und der Westen? Hier hat man den Mord an der jungen Neda auch schon wieder vergessen!

 

Empfehelenswert: Eine Dokumentation über Neda und ihre Familie, die ein Jahr nach dem Verbrechen vom dem amerikanischen Sender HBO in den USA ausgestrahlt wurde.

 

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Die Perser sind sich ernsthaft Feind genug: Dieser Tage tingelt eine junge Frau namens Neda Soltani durch die Talkshows der Republik und gibt  Journalisten großer Zeitungen bereitwillig Interviews. Die Geschichte, die sie erzählt, ist für Iran-Kenner nichts Neues: Vor drei Jahren wurde während des blutigen Sommers eine junge, schöne Frau namens Neda Agha-Soltan auf offener Straße erschossen. Irgendjemand fand auf Facebook dann das Foto von Neda Soltani und da sich die Namen ähnelten, wurde Soltani versehentlich für die Tote gehalten. Recht schnell konnte aufgeklärt werden, dass Soltani nicht zu den mutigen gehörte, die auf den Straßen protestierten und ihr Leben riskierten.

Nun hat die kluge Soltani einen Weg gefunden, ihre Geschichte zu vermarkten – mit freundlicher Unterstützung Deutschlands. In ihrem Buch erzählt sie, dass sie ja so weit fortgeschritten war, angeblich Dozentin und Feministin. Und dann hat man ihr Böses angetan, ihr das „Gesicht weggenommen“, zugleich ihr Leben. Plötzlich wurde sie drangsaliert von den Lakaien des Regimes und obwohl aufgeklärt werden konnte, wer sie ist, wollten die Mullahs sie angeblich noch weiter fertigmachen. Kurioserweise schaffte sie, die so unter Beobachtung stand, aus dem Land zu flüchten…
In Deutschland kaum angekommen war sie dann fleißig dabei, aus ihrer ach so traurigen Geschichte Kapital zu schlagen.

Es sind ihre Lügen, die den Leser und Iran-Kenner in Rage bringen: Die Menschen seien nicht unglücklich im Iran. Zwar habe sie das Regime auch nicht gemocht, aber es ließ sich im Land leben – irgendwie. (Ist ja nun auch egal, wenn auf die Menschenrechte verzichtet wird.)
Ihren Eltern hat die heldenhafte Soltani nichts erzählt, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Dafür gibt sie aber allen Medien gerne Interviews.

Im Grunde ist es so: Diese Verwechselung ist das beste, was Neda Soltani in ihrem Leben widerfahren ist. Ganz ohne sich anzustrengen, konnte sie den Asylantenstatus erhalten und auch noch nebenbei gutes Geld verdienen. Und wenn etwas später ihre Geschichte in Vergessenheit geraten ist,  lässt es sich auch wieder mal Urlaub machen im Iran. Wo die Menschen unter der Last des täglichen Lebens zusammenbrechen und kaum glückliche Gesichter zu sehen sind. Genau in jenem Iran, in dem die Menschen wahnsinnige Angst vor einem Angriff Israels haben. Was aber kümmert das Soltani, sie ist schließlich im sicheren Deutschland.

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