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Archive for Januar 2011

Während in den Nordafrikanischen Staaten gerade die Menschen das tun, was die Perser vor eineinhalb Jahren gemacht haben, ist das Regime in Teheran schon einen Schritt weiter. Einige ausgewählte Demonstranten werden ermordet. Am vergangenen Samstag traf es Zahra Bahrami, eine Perserin mit niederländischem Pass. Offiziell haben die Mullahs sie natürlich nicht gehängt, weil sie gegen Ahmadienejad protestiert hat. Aber auch nicht aus dem Grund, was viele jetzt sofort annehmen: Sie war auch keine Spionin Israels, der USA oder der Niederlande. Nein, nein, die 45-jährige war eine Dealerin! Bietet sich ja auch perfekt an, wenn sie aus Holland kam…

Tja und die Niederlande ist natürlich sehr empört, nennt diese Tat barbarisch und fordert nun Sanktionen von der EU. Aber erstaunlicherweise kommt dieses demokratische Land nicht auf die Idee, zunächst mal unilateral Sanktionen zu verhängen. Einfach nur mal so symbolisch. Aber egal, Bahramis Name wird schon bald in Vergessenheit geraten, schließlich ist sie ja nur eine von vielen. Wer kann sich denn schon an die Ermordeten vom vergangenen Jahr noch erinnern.

Es ist bitter, was mit einem Menschen im Mullah-Land  geschieht, nur weil er sein angeborenes Recht – seine Meinung frei zu äußern – in Anspruch nimmt. Und man braucht leider nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, was  dieser Frau im Gefängnis an psychischen und seelischen Schmerzen zugefügt wurde, bis sie sterben musste.

Aber so leidvoll diese Geschichte, insbesondere für die Kinder Bahramis, auch ist: Wir können nicht verschweigen, dass sie einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat.  Vor 16 Jahren ist sie aus der Islamischen Republik geflüchtet, hat um politisches Asyl in den Niederlanden gebeten. Und dann fällt ihr nichts Besseres ein, als bei der erstbesten Gelegenheit – als sie offizielle Niederländerin ist – in den Gottesstaat zu reisen? Was können das für politische Gründe gewesen sein, die sie zum Flüchten veranlassten, sie aber nicht daran hinderten, in ihr Heimatland zurückzukehren? Und wenn es dieses Land wert ist, dass man ihn bereist, warum ist er es nicht wert, dass man seine Kräfte bündelt und gegen die Mullahs einsetzt? Denn solange dieses Land von den Mullahs besetzt ist, muss jeder um sein Leben fürchten; eurpäische/amerikanische Staatsbürgerschaft hin oder her.

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The good old germans

Am Ende ist Wikileaks doch noch zu irgendwas brauchbar: Was wären die Mullahs, wenn sie die Deutschen nicht hätten? Ganz arme Schweine, wie Wikileaks enthüllt hat. Und ohne die Chinesen wäre die Welt auch nicht so schön aufregend, wie sie jetzt ist.

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Die Liste der 100 Prominente, die in Bild am Sonntag (BamS) um die Freilassung der beiden deutschen Reporter gebeten haben, ist beeindruckend: Aus der Wirtschaft haben etwa Josef Ackermann und René Obermann und auch Rüdiger Grube unterzeichnet. Aus der Unterhaltungsbranche finden sich Namen wie Hannelore Elsner, Maria Furtwängler, Uschi Glas und  Jan-Josef Liefers. Aus der Politik darf natürlich der Überpolitiker zu Guttenberg nicht fehlen, ebenso der linke Gregor Gysi, dessen Partei sonst ein Freund der Mullahs ist. Aber auch Ursula von der Leyen und Sigmar Gabriel lassen es sich natürlich nicht nehmen, an die Bartträger zu appelieren, die beiden Journalisten endlich freizulassen. Da wir hier niemanden mit seinen Bemühungen vergessen wollen, sei der vollständigkeitshalber gesagt, dass sich auch aus dem Sport Prominente zu Wort gemeldet haben, etwa Nationalspieler Philipp Lahm, Michael Schumacher, Felix Magath und noch so ein paar.

Es muss nicht mit einem Wort darüber diskutiert werden, dass das, was den beiden Journalisten angetan wird, unmenschlich und unfair ist. Auf dem Rücken der Reporter kämpft die Islamische Republik um eine bessere Position: die Freilassung der Deutschen gegen…  Das können wir an dieser Stelle nicht mit Sicherheit sagen, aber denkbar wäre, dass die Islamische Republik um Lockerung der Sanktionen verhandelt, unter deren Last sie beinahe kollabiert. Das einzig Beruhigende an der Sache ist: Die beiden Reporter werden freikommen, unversehrt. Alles andere können sich die Mullahs nicht erlauben und das wissen sie. Aber sie spielen erst einmal ihr Spiel.

Die Aktion in der BamS wäre eigentlich ganz schön, wäre da nicht ein ganz fader Beigeschmack, weil es ein ganz mieses Verhalten der Prominenten offenbart: Die VIP´s, die sich da jetzt so gern stark machen, sind in der Vergangenheit nie dadurch aufgefallen Stellung zu beziehen über die Sachlage im Iran. Selbst im blutigen Sommer 2009 haben sie geschwiegen. Jedenfalls ist uns nichts bekannt, sollte es anders sein, werden wir das hier Geschriebene gerne revidieren.

Was mit den beiden deutschen Journalisten geschieht, die lediglich ihrer Arbeit nachgehen wollten, die wichtig und gut ist, passiert den persischen Journalisten, Bloggern und Freiheitskämpfern jeden Tag. Gerade erst sind wieder „Drogenschmuggler“ gehängt worden und erst letzte Woche ein israelischer „Spion“. Einige Tage vor Weihnachten waren es auf einem Streich elf Mitglieder der Djundollah. Der Iran bezeichnet sie als Terroristen und die westlichen Medien tun den greisen Mullahs den Gefallen und verbreiten es so in ihren Zeitungen und Nachrichtensendungen. Nur gab es vor 1979  nie irgendwelche Schwierigkeiten mit dieser Gruppierung, die sich lediglich gegen die Herrschaft der Islamischen Republik wehrt. Die Liste derer, die vom brutalen Regime in Teheran in den letzten sechs Monaten ermordet wurden, könnte hier problemlos fortgeführt werden. Auch die Liste über diejenigen, die  in den Gefängnissen sitzen, weil sie nicht bereit sind, dieses Unrechts-Regime weiterhin zu dulden ist sehr lang. Von ihren Schicksalen hört und sieht man kaum etwas in den Medien, das Morden durch die Hand des Regimes ist zu alltäglich, als das es noch irgendwen hier juckt. Wenn man darüber berichtet, dann muss es schon spektakulär sein, wie im Falle von Neda 2009.

Die Herren Schumacher, Lindenberg, Obermann und Ackermann und auch die zahlreichen Show-Größen wie Jauch und Hannelore Elsner, und wie sie sonst noch heißen mögen, hat das alles wenig gejuckt. Nichts haben sie gesagt. Vermutlich, weil sie auch überhaupt keine Ahnung haben. Nun kriechen sie aus ihren Löchern hervor und tun so, als ob sie ganz verantwortungsvolle Menschen sind, die vor dem Bösen und Falschen ihre Augen nicht schließen. Schwerer wiegt die Beteiligung der Politiker an der Aktion, die ganz genau über die Geschehnisse im Reich der Mullahs informiert sind und sich trotzdem mit den Mullahs blendend verstehen.

Wer liebe Prominente soll euch das glauben? Meint ihr, dass die Mullahs sich davon beeindrucken lassen. „Willkür herrscht in Teheran, einer Stadt, die ich liebe„, spielt sich Regisseur Volker Schlöndorff auf. Diese Willkür gegen Menschen, gegen alles, was den Mullahs gefährlich werden könnte, lieber Herr Schlöndorff, existiert in Teheran nicht erst seit der Verhaftung der BamS-Reporter. Sie herrscht seit beinahe 32 Jahren. Und sie wird nicht enden, wenn die beiden Journalisten hoffentlich schon bald nach Hause zurückkehren können. Die Willkür geht weiter und kann auch schon bald wieder einen Ausländer treffen. Sie wird so lange weitergehen, wie dieses willkürlich herrschende Regime existiert.

Aber noch ein Tipp von uns: Man sollte die Intendanten von ARD und ZDF, Peter Boudgoust und Markus Schächter, um Hilfe bitten. Sie sind doch erst vor Kurzem bei den Mullahs auf den Knien gerutscht, weil sie eine ungehinderte und unabhängige Berichterstattung aus dem Iran ermöglichen wollten.

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