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Archive for April 2010

Iranbato hat bereits mehrfach über jene Mullahs geschrieben, die vom Westen so gerne als „Reformer“ bezeichnet werden. Immer wieder haben wir darauf hingewiesen, dass diese „Reformer“ aus dem System selbst kommen und die Islamische Republik erhalten wollen. Hier und da soll es zu Veränderungen kommen, das Gerüst soll aber nicht angerührt werden. Im Kern geht es ihnen auch weniger um Veränderungen, als vielmehr darum mit winzigen Zugeständnissen, die selbstverständlich sein müssten, das Volk dazu zu bringen endliche Ruhe zu geben.

Nun hat sich ein Spiegel Redakteur nach Teheran begeben und einen solchen „Reformer“, Mehdi Karroubi, zu einem Interview getroffen.
Aufgrund seiner Äußerungen, die viel über ihn und der Mullah-Sippschaft per se verraten, soll an dieser Stelle das Interview stellenweise analysiert werden.
Er beginnt das Interview mit, indem er versucht Mitleid zu erregen:
„Aber sie haben meine Partei „Etemad-e Melli“ („Nationales Vertrauen“) und mein Büro geschlossen, meine Zeitung gleichen Namens wurde verboten. Und ich habe ständig Polizei um mich herum. Wer mich besuchen will – Abgeordnete, Intellektuelle, Freunde – wird registriert, befragt und muss mit Konsequenzen rechnen. […] Zudem hat das Regime 14 Leute zu meinem sogenannten Schutz abgestellt. Sie sollen mich „vor Terroristen schützen“, wurde ich belehrt. Doch die eigentliche Aufgabe dieser Männer ist es, Informationen zu sammeln. Als ich aber vor einiger Zeit angegriffen wurde, haben diese Beschützer nichts unternommen, um mich zu verteidigen. Falls ich getötet werden sollte, kann ich nur empfehlen, erst einmal zu prüfen, ob der Täter nicht aus dem Umfeld meiner Beschützer kommt.“
Karroubi hält den Leser offensichtlich für dumm. Wenn er tatsächlich so überwacht wird und sich damit auseinandersetzen muss, ob er nicht bald schon umgebracht wird, stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie es Spiegel Redakteur Dieter Bednarz dann bis zu Karroubi geschafft hat? Wenn das Regime sich vor dem „Reformer“ Karroubi so fürchtet, das es ihn überwachen lässt und einschüchtert, dann ist es doch mehr als dämlich, wenn ein ausländischer Journalist, der durchaus in der Vergangenheit kritisch geschrieben hat, denn Möchte-gern Vorzeige-Mullah interviewen darf. Wieso hat Bednarz keinen freien Zugang zu Ayatollah Boroujerdi? Warum hört man von Boroujerdi seit Jahren nichts mehr, weiß nicht, wie es ihm in der Haft ergeht, während Karroubi seit dem letzten Sommer international präsent ist?

Dem Shah wurde immer wieder vorgeworfen, in den Gefängnissen foltern zu lassen. Darauf angesprochen, dass die Zustände in den Gefängnissen an frühere Zeiten erinnern erwidert Karroubi:
„Zwei Unterschiede gibt es: Beim Schah wurde von „Experten“ systematisch gefoltert. Das ist heute nicht so. Die Fälle sind Auswüchse, Verfehlungen Einzelner, die nicht im Auftrag der Führung gehandelt haben. Anders als heute durfte beim Schah aber zumindest öffentlich um die Opfer getrauert werden. Das hat den Seelen der Menschen gutgetan. […] wir haben kein System der Folterer.
Es ist wirklich ein Meisterstück, wie Karroubi seinem gebildeten Gegenüber so dreist ins Gesicht lügt und es ist traurig für diesen klugen Redakteur, dass er ihn so einfach davon kommen lässt, ohne nachzuhaken. Wie kann es angehen, dass das Foltern nur „Auswüchse, Verfehlungen Einzelner“ sind? Ist es nicht so, dass der Obermullah Chamenei und seine Pasdaran nicht über alles in diesem Land bescheid wissen? Wie kann es angehen, dass es seit 31 Jahren (!) Verfehlung Einzelner gibt, ohne dass irgendjemand, weder Khomeini noch Chamenei, Herr der Lage geworden sind? Dann heißt dies im Umkehrschluss, dass sie das System nicht unter Kontrolle haben und Versager sind. Ist es so? War es nicht aber Chamenei, der bezüglich der „Wahlen“ im vergangenen Sommer das Machtwort gesprochen hat und alle den Mund zu halten hatten?  Und wie steht es mit dem Vorwurf, das Karroubi ein Privatgefängnis besessen und gefoltert hat? Karroubi weiß, dass er lügt, denn Folter ist das gängige Instrument der Islamischen Republik. Jeder, der das Gefängnis lebend verlassen hat, berichtet davon. Vergewaltigung, Schläge, Tritte, Schlafentzug, Einzelhaft, Berichte darüber, dass man die Familie töten wird, getötet hat usw. sind gängige Mittel, um die Gegner zu vernichten. Sie passieren seit über 30 Jahren mit Wissen und im Auftrag der Obrigkeit. Karroubi ist klug genug es nicht zuzugeben, denn lang ist es nicht her, da gehörte er mit zu ersten Liga der Greise. Außerdem würde er damit auch zugeben, dass Moussavi, einst die rechte Hand Khomeinis, beteiligt gewesen ist an diesen Folterungen.

Auf Moussavi angesprochen sagt Karroubi:
„Wir haben noch immer engen Kontakt, schreiben uns, telefonieren miteinander. Zum vertraulichen Gespräch treffen wir uns mindestens einmal im Monat. Unsere Berater sehen sich viel öfter. Mussawi und ich arbeiten für die gleichen Ziele: Wir wollen kein anderes System. Unsere Verfassung garantiert ja Meinungsfreiheit und Demokratie. Wir wollen, dass diese Rechte verwirklicht werden.“
Für diesen Satz kann man sich bei Karroubi nur bedanken und hoffen, dass alle genau hinsehen. Er gibt zu, dass er und der feige Moussavi das System der Islamischen Republik aufrecht erhalten wollen. Es geht ihnen nicht um wahre Demokratie, die kann es nicht geben, wenn man an einer Islamischen Republik festhalten will. Religion steht immer im Widerspruch zum Weltlichen, weil sie sich immer wieder der Logik entzieht. Karroubi ist, wie Moussavi und all die anderen „Reformer“ gefrustet, dass er nicht mehr zur Herrschaft gehört und andere gerade dabei sind sich die Taschen zu füllen. Er möchte etwas vom Kuchen abhaben, weil er nicht mit den Herrschern zurecht kommt, sollen sie gehen. Da überhört der alte Mann dann auch die Rufe der Menschen „Tod der Islamischen Republik“! Nun sollten alle Exil-Perser, die sich haben blenden lassen, genau hinschauen. Karroubi präsentiert es auf dem Silbertablett: Moussavi und er und all die anderen „sympathischen Reformisten“ sind die Islamische Republik. Es ist fatal zu glauben, dass mit ihnen die Wende kommt. Sie werden das System nicht aufgeben, das sagt Karroubi selbst. Denn ohne dieses System werden sie nicht mehr existieren, es wäre ihr Todesurteil!

Karroubi macht eines deutlich: Am Ende des Tages bleibt ein Mullah ein Mullah und ist verlogen, heuchlerisch und hinterhältig.

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Wird es jetzt ernst?

Weil sein Präsident mit der Islamischen Republik offensichtlich überfordert ist, erhöht der US-Senat nun den Druck. Wie diepresse.com berichtet, geraten Firmen, die mit den Mullahs Geschäfte machen in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Wenn es wirklich ernst gemeint ist, dass ist das ein erster sinnvoller Schritt, der in die richtige Richtun geht.

Neben so vielen ernsten Themen, auch mal etwas, um mal kräftig lachen zu können: Die Mullahs möchten gerne in den Menschenrechtsrat der UNO.
Der Menschenrechtsrat ist der Nachfolger der Menschenrechtskommission, die 2006 aufeglöst wurde. Und warum wurde sie aufgelöst? Weil sie eine Witzveranstaltung war, die selten das tat, wofür sie gegründet wurde. Die Strukturen waren so mieserabel, dass plötzlich Simbabwe, das Vorzeigeland in Menschenrechtsfragen, den Vorsitz hatte. Der Menschenrechtsrat sollte alles anders und vor allem besser machen. Warten wir ab!

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Geahnt hat man das schon immer, seit er Präsident geworden ist. Doch nun sagt es auch noch sein Minister: Barack Hossein Obama hat keine Ahnung, wie er mit der Islamischen Republik Iran umgehen soll.
Er hat es mit der „Change-Methode“ probiert (wir reichen mal die Hand und sehen, was kommt). Obama ist ja auch heute noch absolut überzeugt, dass sein Vorgänger, George W. Bush, nur Fehler gemacht hat in der Iran-Frage. Man kann sich fast schon das Gesicht Obamas vorstellen als er festgestellt hat, dass die Mullahs die ausgestreckte Hand nicht nehmen, sich auch noch umdrehen und ihren Hintern Richtung USA entblößen (bildlich natürlich).
Und nun ist Barack Hossein Obama mit seinem Latein am Ende und ganz offensichtlich überfordert. So ist es auch nicht verwunderlich, was Ahmadinejad sagt: Obama ist ein Amateur! Ausnahmsweise müssen wir dem illegalen Präsidenten Recht geben. Obama ist nicht in der Lage internationale Politik zu machen, hat in seiner Zeit als Senator nur wenig internationale Erfahrung gesammelt. Das macht sich nun bemerkbar. Viel ist passiert, seit er die Geschicke seine Landes leitet. Wirklich ernst genommen wird er nicht und er ist verantwortlich für viel Unruhe.
Da wäre es eigentlich klug gewesen, einen erfahrenen Außenminister zu haben. Mit Hillary Clinton hat er sich die Person ausgesucht, die ihm im Senat das Leben schwer gemacht hätte. Nur ist sie ist auf der internationalen Politikbühne ebenfalls eine blutige Anfängerin und auch sie scheint überfordert zu sein mit den Mullahs und der gesamten angespannten Lage in Asien.
So bleibt nur zu hoffen, dass die Obama-Administration keine große und folgenschwere Katastrophe auslöst.

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Wer sind die Mullahs und was genau will die Islamische Republik eigentlich? Jedem Perser ist es in den vergangnen 31 Jahren (!) deutlich geworden, dass es den Herrschern niemals um das Land und schon gar nicht auf um das Volk gegangen ist. Die entscheidende Szene gab es bereits 1979: Khomeini flog von seinem Pariser Exil in sein „Heimatland“, das seiner Meinung nach vom Shah kaputt gemacht wurde. Begleitet wurde er unter anderem von seinem größten deutschen Verehrer, der noch heute an ihn hängt, Peter Scholl-Latour. Mit dabei auch jede Menge Journalisten. Einer von ihnen stellte Khomeini die Frage, was dieser denn nun empfinde jetzt, da er endlich auf dem Heimflug ist. Die Antwort des verbitterten alten Mannes, den nie einer lächeln sah war „nichts“. Wer in jenen Tagen noch klar bei Verstand gewesen ist, bei dem haben die Alarmglocken geschrillt: 15 Jahre lang war Khomeini im Exil, hat keinen Tag ausgelassen der damaligen Regierung das Leben zur Hölle zu machen und das Volk auf sie zu hetzen, damit er selbst zurückkehren konnte, und dann fühlt er nichts. Das ist schon ein starkes Stück.
Lange mussten die Perser dann auch nicht warten um zu erleben, wie berechnend und machtorientiert Khomeini war. Schon in den ersten Tagen und Wochen ließ er seine einstigen Unterstützer aus den linken Gruppierungen (Toudeis, Fadayane Khalgh und den Mojahedins) reihenweise umbringen. Seine rechte Hand, der heute vom Westen so hochgejubelte Mir Hossein Moussavi, war ihm dabei die größte Hilfe.
Bis heute hat sich an der Vorgehensweise der Mullahs nichts geändert: Wer ihnen im Weg steht wird beiseite geräumt

Die Geschichte des Landes steht ihnen dabei auch im Weg, denn sie zeigt vor allem eines: Was die Perser nicht sind! Sie sind ursprünglich keine Moslems sie haben eine große Tradition und Kultur, die Auswirkung und Einfluss auf die gesamte Zivilisation hatte. Der heutige Iran geht hervor aus dem Persischen Reich gegründet von König Kourosh dem Großen und genau das ist den rückständigen, weltfremden Mullahs ein Dorn im Auge. Der Iran ist nicht aus Sand und Steinen enstanden, er war ein stolzes Land mit einer glanzvollen Geschichte, die sie gerade ruinieren, mit aller Wucht. So ist es nicht weiter verwunderlich, was sich die alten Männer nun wieder haben einfallen lassen: Sämtliche Schulbücher, in denen noch die Historie des Irans vorkommt, werden aus dem Verkehr gezogen und neu gedruckt. Dann natürlich verfälscht. Vielleicht steht dann in den neuen Büchern, dass Khomeini höchst selbst das Land aus dem Nichts gebaut hat. Denn Khomeini war ja nicht ein einfacher Mensch. Da er von Gott gesandt und sogar seine Seele war (Ruhollah, der Vorname Khomeinis bedeutet die Seele Gottes), hat er mit Sicherheit auch exklusive Fähigkeiten besessen.
Die Mullahs werden nicht schaffen, was sie vorhaben. Es ist traurig und beschämend, das sie es tun, aber es gibt keinen Anlass zur Sorge. Denn: Die Perser beschäftigen sich so intensiv mit der Geschichte ihres Landes, seit die Mullahs das Land beherrschen. Sie haben einen ausgeprägten Sinn für ihre Abstammung und Kultur entwickelt und feiern sie bei jeder Gelegenheit (man nehme nur das Norouz-Fest), trotz der Repressionen. Die Geschichte Persiens wird auch mit dieser lächerlichen Maßnahme, die die Komplexe der Mullahs deutlich macht, nicht vergessen oder ausgelöscht werden können. Die Verbannung der Geschichte aus den Schulbüchern zeigt einmal mehr, was die Mullahs sind: Ein ungebildeter, asozialer Haufen, der das Land aussaugt, bis es am Boden ist.

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Nun also auch die Russen. Nachdem mehrere Firmen von einer zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Mullahregime entweder gänzlich abgesehen haben oder bestehende Verträge nicht mehr verlängern wollten (wir haben berichtet), ist nun noch ein weiteres Unternehmen hinzu gekommen: Die russische Lukoil will den Mullahs kein Benzin mehr liefern. Offiziell heißt es, dass man die Islamische Regierung mit diesem Schritt dazu bewegen wolle, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Wahrheit ist jedoch, dass sich Geschäfte mit den Mullahs nicht mehr rentieren. Ihre Herrschaft ist nicht mehr sicher genug, wie sie einst war. Also sieht man von weiteren Geschäften ab, denn man könnte schon bald auf Kosten sitzen bleiben. Denkbar ist aber auch, dass Lukoil diese Entscheidung womöglich bald schon wieder rückgängig macht, wenn es zu einem Machtspiel mit den USA kommt.
Dennoch: Die Proteste vom Sommer zeigen ihre Wirkung und die Uhr tickt immer lauter.

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