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Archive for Juli 2009

Ein dem deutschen Konzern Knauf Gips KG unterstehendes Unternehmen hat ihren Mitarbeitern untersagt sich bei Demonstrationen gegen das Mullah-Regime zu beteiligen. Wie spiegel.de berichtet, hat Isabel Knauf, die zur Gründerfamilie des in Bayern ansässigen Unternehmens gehört,  in einem Schreiben an die Mitarbeiter diese Forderung damit begründet, dass die Mitarbeiter nicht nur ihre private Meinung während einer Demonstration äußern, sondern auch als repäsentant des Unternehmens verstanden werden würden. Wer dennoch an Demonstrationen teilnimmt und dabei erwischt wird, dem drohe die Kündigung. Spiegel.de schreibt weiter, dass Isabel Knauf Mitglied im Aufsichtsrat am Standort Iran sei.

Das Verhalten von Knauf Gips KG ist menschenverachtend: Während täglich Menschen für ihr natürliches Recht die Freiheit,  ihr Leben riskieren, hat die Knauf Gips KG nur Zahlen vor Augen. Es ist beschämend, dass ein global agierendes Unternehmen, dass Millardenumsätze erwirtschaftet keinerlei soziale Verantwortung übernehme möchte. So kann man sich den Aufrufen von Twitter-nutzern nur anschließen: Ein Unternemen, dass sich so beschämend verhält, muss boykottiert werden.

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Zum 40.Todestag ihrer Tochter hatte die Mutter von Neda gestern zu einer offiziellen Trauerfeier aufgerufen. Auf dem Friedhof Beheshte Zahra wollten die Menschen nicht nur Neda sondern den vielen Opfern, die es seit dem 13. Juni 2009 zu beklagen gibt, gedenken. Doch dieser Tage ist auch das Trauern nicht erlaubt: Die Sicherheitskräfte des Mullah-Regimes gingen sofort auf die Trauerenden los, um eine große Menschenansammlung zu verhindern.

Auf den Straßen etwas später prügelten sie wieder einmal in alter Manier auf die Menschen ein und -nach den Mord an Neda noch immer ohne Skrupel- schossen abermals auf die Menschen.

Es ist schon erstaunlich, was im Iran gerade vor sich geht: Die Menschen wurden um ihre Stimmen betrogen und sind auf die Straßen gegangen, um ihren Protest zu verdeutlichen. Nie wurden sie gewalttätig, aber ihnen wurde sogleich gewaltsam begegnet. Hunderte, wenn nicht Tausende wurden verhaftet, andere wiederum verletzt oder ermordet; niemand hat was gesagt. Die Mullahs selbst gaben zu, dass es Unregelmäßigkeiten gab, wollten dennoch keine Neuwahl anordnen; niemand hat was gesagt. Die Bilder von vor allem trauernden Müttern, die auf den Särgen ihrer Kinder liegen und bitterlich weinen, ist um die Welt gegangen. Und niemand, der die Macht besitzt etwas gegen dieses Unrecht tun zu können, hat etwas gesagt.

Erst heute sieben lange Wochen später haben die USA das gesagt, worauf die Perser all die Zeit gewartet haben. Ein sprecher des Außenministerium teilte mit, „die USA stünden an der Seite des iranischen Volkes„. Die USA wurden von der Realität eingeholt.

Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen: Nahezu zwei Monate hat die Politik zugesehen, wie auf mittellose und friedliche Demonstranten eingeschlagen und geschossen wurde. Die Menschen weltweit haben sich solidarisiert mit dem persischen Volk, die Politiker aber haben sehr laut geschwiegen. Es ist höchste Zeit, dass die Politik nun demonstrativ zeigt, dass sie nicht mehr bereit ist zuzusehen, wie mit den Menschen umgegangen wird. Es wird höchste Zeit zu beweisen, dass Menschenrechte nicht nur ein schönes Wort ist, das immer nur benutzt wird von der Politik, um sich in die Herzen der Menschen zu reden; es muss jetzt bewiesen werden, dass das Menschenrechte das höchste Gut sind und die Welt nicht bereit ist zuzuschauen, wenn diese mit Füßen getreten werden.

Nachdenklich und traurig stimmt es dennoch, dass der amerikanische Präsident Obama, der so vieles nicht nur anders, sondern auch besser machen wollte als sein Vorgänger, aber nicht derjenige war, der erklärte, dass die USA an der Seite des persischen Volkes stehen.

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Revolutionsführer Ali Chamenei hat heute die Freilassung von 140 Gefangenen veranlasst und versprochen, die Fälle weiterer Inhaftierter überprüfen zu lassen. Ein Gefängnis ließ das Mullahoberhaupt heute wegen mangelnder Standards schließen. In der Presselandschaft wird diese Handlung als „Zugeständis“ an die Opposition, ja sogar als „Rückenwind“ für selbige gedeutet (die beste Bezeichnung findet sich hier). Tatsächlich ist anzunehmen, dass mit diesem Schritt versucht werden soll, Legitimität zu gewinnen, nachdem der Revolutionsführer in den letzten Monaten wiederholt mit den Versuchen gescheitert war, die Debatte um die manipulierte Präsidentschaftswahl vom 12. Juni zu beenden.

Ebenfalls mit überraschenden Forderungen nach vorne geprescht ist Mahmoud Ahmadinejad: Bis zum Geburtstag des „Mahdi“ am 7. August sollen alle im Zusammenhang mit den Demonstrationen Inhaftierten (über 200 Personen) freigelassen werden. Seine Forderung, kann ebenfalls als Beschwichtigungsvesuch gewertet werden. Seinem Naturell entspricht etwa der Aufruf zu mehr „Mitgefühl“ für die Inhaftierten nicht: Der iranische „Präsident“ hatte laut einem BBC Report vom 19. April diesen Jahres noch gefordert, „Störer und Hooligans“ in Arbeitslager bringen zu lassen. Ob Ahmadinejad durch diese Geste eine protestfreie Amtseinführung beschert sein wird, darf bezweifelt werden.

Ebenso zweifelhaft ist, ob das Verbot der für Donnerstag angekündigten Trauerfeier für die toten Demonstrantinnen und Demonstranten Wirkung zeigen wird. Donnerstag ist der 40. Tag nach dem Tod von Neda Agha-Soltan am 20.Juni.

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Keine zwei Wochen ist er her, da hat der Ex-Präsident Rafsanjani, der in den westlichen Medien gern als Reformer bezeichnet wird, sich hinter den protestierenden Menschen gestellt und verlangt, dass man über die „Krise“, die im Land herrscht, spricht. Dabei hat er auch keine Rücksicht genommen auf den geistlichen Führer des Landes Chamenei. Offen sagte er, dass es einen Vertrauensbruch gebe aufgrund der großen Zweifel am Wahlablauf.

Heute nun ganz neue Töne. Unter der Überschirft „Demonstrative Einigkeit“ schreibt süddeutsche.de:

Jetzt nannte Rafsandschani den Geistlichen Führer einen fortschrittlichen Denker, der die Zukunft nach vielfachen Gesichtspunkten betrachtet´. Er vertraue darauf, dass Chamenei die gegenwärtigen Probleme auf Grund seiner Gedanken und Erfahrungen lösen werde, bleibe aber selber bei den Lösungen, die er in seiner Predigt vorgeschlagen habe. Rafsandschani, der auch den Obersten Schlichtungsrat zur Regelung von Differenzen zwischen den Staatsorganen leitet, wies auf seine mehr als 50-jährige Freundschaft mit Chamenei hin, die lange vor der Islamischen Revolution begonnen habe. Den angeblichen Machtkampf stellte er als `Propaganda ausländischer Medien´dar.

Immer dann, wenn in der Politik am heftigsten dementiert wird und jede noch so kleine und unbedeutende Anekdote herangezogen wird oder  auf jahrzehnte lange Freundschaften und gute Zusammenarbeit hingewiesen wird, um zu belegen, dass alles in bester Ordnung ist; gerade dann ist das Gegenteil der Fall. Der Machtkampf zwischen der Gruppe um Rafsanjani, der als Unternehmer unter den Mullahs gilt und aufgrund dessen sich nach außen hin öffnen will und das im demokratischen Westen schon genügt, um als „Reformer“ zu gelten und der Gruppe um Chamenei, die meint, dass sie mit dem Bau der Atombombe ihre Macht ein für alle mal festigen kann, ist offen ausgebrochen und hat 30 Jahre nach Gründung der Islamischen Republik ihren Siedepunkt erreicht.

Diese Machtkämpfe gab es schon immer, doch haben sich die Mullahs untereinander arrangiert, da sie wussten, dass es für sie alle vorbei ist, wenn einer ausschert. Die Unruhen der letzten 1 1/2 Monate haben beim Mullah-Regime Spuren hinterlassen und ein Prozess hat begonnen, der für große Hoffnung sorgt: Die Mullahs bekriegen sich untereinander und verlieren dabei mehr und mehr die Kontrolle. Offenkundigstes Beispiel: Der Sohn von Abdul-Hussein Ruholamin, der Wahlkampfleiter des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mohsen Rezai war, ist im Evin-Gefängnis gestorben. Die Vermutung liegt nahe, dass Mohsen Ruholamini wie all die anderen, die das Gefängnis nicht lebend verlassen haben, umgebracht worden ist. Dabei gilt Rezai, der auch am Freitagsgebet des geistlichen Führers nach der Wahl teilgenommen und sich sehr schnell aus der Situation herausgehalten hat, nicht einmal als „Reformer“. Folgerichtig ist der Vater des Verstorbenen den Hardlinern um Chamenei näher. Oder zumindest ist er es bis zum Tod seines Sohnes gewesen.

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Der nachfolgende Film ist gegen Ende des Jahres 2003 entstanden. Im Sommer desselben Jahres ist die persischstämmige Journalistin Zahra Kazemi aus Kanada im Iran getötet worden. Sie war nach Teheran gereist, um über die damaligen Studentenunruhen zu berichten. Während sie die demonstrierenden Verwandten inhaftierter Studenten vor dem Evin-Gefängnis fotografierte, wurde sie verhaftet.

Die Journalistin Jane Kokan machte sich ein halbes Jahr nach dem Mord an Kazemi auf dem Weg in den Iran, um herauszufinden, wer für den Tod der Frau verantwortlich ist. Ihre in Kanada preisgekrönte Reportage „Forbidden Iran“ gibt tiefe Einblicke in die Sitaution des Landes und entlarvt die sogenannten Reformer als weitere Marionetten von Chamenei.

Offen sprechen die Menschen mit ihr und erzählen, wofür sie kämpfen. Sie sagen auch ausdrücklich, dass sie auf  Hilfe vom Westen hoffen und wie diese Hilfe aussehen soll. Die Reportage -auch wenn sie vor 5 1/2 Jahren gemacht worden ist- ermöglicht zu verstehen, was heute im Iran los ist und wofür die, insbesondere jungen Menschen, seit dem 13. Juni 2009  ihr Leben riskieren. Es ist der Wunsch nach einem demokratischen Iran, ein Iran indem die Politik getrennt ist von der Religion. Und dieser Wunsch ist im Sommer 2009 noch stärker als vor sechs Jahren.

Das Video ist abrufbar unter:

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/video/share.html?s=frow03nea3q33b

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Heute war der große Tag, an dem die Welt sich mit den Persern solidarisieren sollte. Bei Protesten rund um den Globus sollten die Menschen Gesicht zeigen und so ihre Sympathie mit den Demonstranten im Iran bekunden. In Deutschland haben „Reporter ohne Grenzen“, „Amnesty International“ und die Schriftstellervereinigung „P.E.N“, zu diesem Globalen Aktionstag aufgerufen.

Von Beginn an erschien der heutige Tag etwas suspekt und nun zum Abschluss, ist die Frage mehr als berechtigt: Richtete sich der heute Aktionstag gegen die Islamische Republik als Ganzes oder ging es lediglich nur um Ahmadinejad?

Iran Baham berichtet vom Ablauf einer Demonstration in einer deutschen Großstadt.

Schätzungsweise 600-700 Menschen hatten sich um die Mittagszeit in der Innenstadt versammelt. Der Forderung von „Reporter ohne Grenzen“, „Amnesty International“ und „P.E.N“ haben viele von ihnen getrotzt und sind mit der Shir o Khorshid Fahne erschienen, die sie demonstrativ hoch hielten.1 Nachdem einige Reden gehalten wurden, machte man sich auf weiter ins Stadtinnere zu ziehen. Da kam es zu einer ersten Diskussion: „Die Damen und Herren sollen ihre Shir o Khorshid Fahnen doch bitte herunter nehmen“ hieß es, während an der Spitze des Zuges zwei junge Frauen die Fahne mit dem Schriftzug Iran in der Mitte statt des Löwen vor sich medienwirksam hertrugen. Vielleicht konnten sie nichts mehr auf das Argument eines Mannes erwidern, der ihnen mit seiner Shir o Khorshid Fahne in der Hand sagte, dass sie sich doch auch für Demokratie stark machen würden, also sollten sie dulden, dass diese Fahnen hoch gehalten werden. Nach einigen Minuten jedenfalls setzte man sich wieder in Bewegung; Shir o Khorshid noch immer in den Händen.

Einige Schritte später kam es jedoch zu einem Eklat, das die Planung der Organisatoren komplett über den Haufen geworfen hat: In der Menschenmenge rief plötzlich ein rundlicher Mann mittleren Alters aus voller Kehle auf Deutsch „Nieder mit der Islamischen Republik“ und auf Farsi „Tod der Islamischen Republik“. Zwei Ordner aus der Mitte der Organisatoren -sofern sie Studenten waren, lag diese Zeit bereits viele, viele Jahre zurück- liefen hastig auf den Mann zu, bauten sich vor ihm auf und forderten mit dieser Parole aufzuhören. Der Mann ließ sich nicht beirren, denn um ihn herum waren bereits viele auf seine Parole eingestiegen. Die Ordner wurden zunehmend nervöser und wendeten sich dann an die Polizei mit dem Hinweis, dass sie diesen Protestzug organisiert hätten und der Mann hier einfach Parolen dazwischen ruft. Hitzige Debatten entflammten und ein junger Mann, der aufgrund seines Mundschutzes und seiner XL-Brille am überwiegend regnerischen Samstag nicht zu erkennen war, rief in seiner Verzweiflung, dass die „Nieder mit der Islamischen Republik“ Rufer die Planung von drei Wochen zunichte machen würden. Ein anderer Mundschutzträger kam auf diese Demonstranten zu und meinte, dass sie ruhig weiter rufen können, jedoch sich von dieser Demonstration fernhalten sollen. Niemand von den Ordnern und Mundschutzträgern vermochte zu sagen, was am „Niedergang oder Tod der Islamischen Republik“ falsch sein sollte.

Die Polizei bemühte sich währenddessen Ruhe in die Situation einzubringen, was ihr auch gelang. Aber man konnte die Demonstration ins Stadtinnere nicht mehr fortsetzen, denn die gesperrten Straßen sollten wieder frei gegeben werden. Es ging wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem Weg dorthin rief eine Frau „Shir o Khorshid ist die Fahne meines Landes, meine Identität; niemals werde ich sie aufgeben“ und weiter mit Tränen in den Augen „ich habe nicht drei Jahre meines Lebens im Gefängnis der Islamischen Republik verbracht, um mir hier nun den Mund verbieten zu lassen.“ Etwas abseits berichtete sie, die erst wenige Jahre in Deutschland ist, dass die Islamische Republik manchen jungen Leuten ein Studium im Ausland finanziert und diese sich dann zu Gegenleistungen verpflichten müssen; etwa im Westen für das Mullah-Regime zu werben.

Mit weiteren Rednern und Musik wurde die Kundgebung letztlich zum Abschluss geführt. Eine kleine Gruppe um den Parolenrufer, die sich als Anhänger (oder Mitglieder?) der „Kommunistischen Arbeiterpartei Irans“ entpuppte, stand Abseits der Masse und rief bis zum Schluss „Nieder mit der Islamischen Republik“ und auch „Wir wollen keine Islamische Republik“.

Es gehört sich nicht Demonstrationen, die angemeldet und organisiert sind aufzumischen und letztlich zu behindern. Doch stellt sich die Frage, weshalb die Organisatoren so dermaßen aus dem Takt geraten sind?

Der globale Aktionstag hat indes nur eines geschafft: Es herrscht Misstrauen unter den Persern. Bei jeder Demonstration, bei der gefordert wird nur grün zu tragen und Parolen wie „Nieder mit der Islamischen Republik“ nicht zu rufen fragt man sich, wer hinter der ganzen Sache steckt? Wenig überzeugend ist auch die Argumentation einer in grün gekleideten Demonstrantin, die sich zur Organisationsgruppe zugehörig fühlte und behauptete, dass man Moussavi nicht unterstütze, jedoch nichts Schlimmes wie „Tod der Islamischen Republik“ sagen möchte. Nicht überzeugend auch deswegen, weil diese Gruppe keine Hemmungen hatte „Tod dem Diktator“ zu rufen. Sich dahinter zu verstecken, dass man lediglich das ruft, was die Menschen im Iran sagen, ist schwach, da diese immer mit ihrem Leben spielen, sobald sie sich an den Demonstrationen, die mehr und mehr einer Straßenschlacht gleichen, beteiligen. Wenn sie ganz offen sagen „Tod der Islamischen Republik“, dann ist das ihr Todesurteil. Also weichen sie aus, indem sie „Tod dem Diktator“ rufen oder auch „Mojtaba hoffentlich stirbst du ehe du herrschen kannst“. Mojtaba ist der älteste Sohn Chameneis. Kenner der Islamischen Republik, wie Dr. Mehdi Haeri Khorshidi, sagen, dass Mojtaba im Grunde der Lenker und Stratege des Mullah-Regimes ist. Er soll auch die Rede seines Vaters verfasst haben, die dieser während des Freitagsgebets nach den Wahlen gehalten hat. Und wenn Chamenei stirbt, soll ebenjener Mojtaba ihn beerben.

Bedenklich, dass die Organisatoren und all diejenigen, die betonen „nur und nur“ wegen den Menschen im Iran an Demonstrationen teilzunehmen bzw. zu organisieren und keiner politischen Gruppierung anzugehören immer von den Menschen im Land reden, aber über wenig Informationen verfügen. Man muss nur eines der Exilsender einschalten; die Menschen rufen an und bestätigen, dass die „Grüne Bewegung“ nicht als Unterstützung Moussavis gedacht ist, sondern den Sturz der Islamischen Republik anstrebt. Vor wenigen Minuten sagte ein Anrufer aus Teheran bei „Voice of America“ (Persian) in der Sendung „Do rooze aval“: „Unser Protest richtet sich gegen das System. Die ‚Grüne Bewegung‘ hat sich ein Vorbild genommen an den Demokratiebewegungen in Osteuropa. Aber unsere Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Wenn es so vorangegangen wäre, wie wir es vorgesehen hatten, dann müsste Dariush jetzt für uns am Azadiplatz singen können.“2

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1Überraschend hierbei war, dass die drei Organisatoren aber mit keinem Infostand o.ä. vor Ort waren. Einige Personen, die sich als Studenten der Stadt ausgaben, erklärten sich als verantwortlich für die Demonstration.

2Dariush ist ein sehr populärer Sänger, der sich an vielen Demonstrationen im Ausland beteiligt hat und Gast der Sendung war. Azadi ist ein großer Platz in Teheran, auf dem sich auch das Wahrzeichen des Landes befindet.

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Iran Baham hat in verschiedenen Beiträgen immer wieder darauf hingewiesen, dass die vom Westen gern verwendete Bezeichnung „Reformer“ für Mullahs wie etwa Chatami oder jetzt auch die „neue Hoffnung“ Moussavi falsch ist. Im Iran, das haben wir hier mehrfach diskutiert und belegt, existieren keine Reformer.

In der amerikanischen Zeitung „World Tribune“ vom vergangenen Mittwoch ist ein Beitrag erschienen, in dem die Autorin Sheda Vasseghi deutlich macht, dass es keine Reformer in der Islamischen Republik gibt, und weshalb das so ist.  Darüber hinaus bestätigt Vasseghi, was auch Iran Baham immer wieder betont hat, nämlich dass die Demonstranten nicht etwa Moussavi unterstützen. Sie benutzen ihn lediglich nur als Vorwand für ihre 30 Jahre anhaltende Unzufriedenheit mit der Islamischen Republik, die sie nicht mehr dulden wollen. Nachfolgend veröffentlichen wir diesen  Artikel von Sheda Vasseghi.

Memo to the media: There are no ‚reformists‘  in Iran’s mullahcracy

By Sheda Vasseghi

Journalists and political analysts around the world have been supportive of the Iranian people as their struggle for freedom has gone live on the internet. Yet the majority of such reports carry common erroneous themes leaving many questions unasked let alone answered which made the following comments or clarifications necessary.

There are no „reformists“ within the Islamic Republic. That term is an oxymoron and propaganda line that uses the internal strife among the founders of the regime to suggest that it is democratic in the eyes of the world. Interviewing members of this camp continues to give the false impression that they can create an „Islamic democratic“ state as opposed to their opponents the „hardliners.“

The first step towards democracy is absolute separation of religion and state. That is not what either camp advocates because they are all Islamists and there is no such thing as an „Islamic democracy.“

The Western mainstream media and educational institutions that give members of the „reformist“ camp continuous coverage fail to force them to explain how a state based on Sharia laws can be democratic.

Khatami, Rafsanjani, and Mousavi are some of the members of the „reformist“ camp, who also played a significant role in the creation and survival of the Islamic Republic. So who exactly is a „reformist“ and how are they any different than the „hardliners“ represented by the likes of Khamenei and Ahmadinejad? The reformists just want a power shift from one camp to another under the pillars of Islamic laws. The „hardliners“ have the militia on their side and the „reformists“ had until recently the masses. What neither side expected was that the people would revolt against the regime itself.

The people’s superficial support for Mousavi and the „reformists“ was an excuse to finally show the world what they have been wanting all along – a secular government based on freedom of choice and opportunity. Providing continuous media forum to the „reformists“ is a political betrayal to Iranians, who are screaming „down with the regime“ not „let’s vote again.“ Simply put – is the acceptable cure for cancer removal of some of the cancerous cells?

The current regime is an Islamic regime based on Sharia laws and the only thing republican about it is the fact that it removed Iran’s 2500 years of monarchy. Islam and republicanism cannot and do not co-exist. The father of the revolution, Khomeini, stated that the new regime can call itself a republic so long as its laws do not contradict Islam. So the current state is following what Khomeini established in 1979.

An affluent and powerful ayatollah, Mohammad Yazdi, in response to the recent uprisings stated that legitimacy and acceptance are different. According to Yazdi, „Legitimacy of rulership in Islam derives from God and acceptance of rulership is with people’s cooperation.“ He went on to say, „It is true that without people’s cooperation an Islamic leader cannot do anything, but such cooperation does not legitimize rulership….“ Yazdi is correct! This is the meaning of an „Islamic Republic.“

In a recent interview with Spiegel Online, a „reformist“ Mohsen Kadivar in criticizing the recent election debacle stated Article 56 of the Islamic Republic constitution gives the right to the people to elect their leaders and not those claiming to be God’s agent. What Kadivar fails to clarify is that in an Islamic regime such as the one in Tehran such candidates must be male Shiite Muslims whose „qualifications“ are approved by an unelected council of clerics. In regards to the state doctrine of Guardianship of Islamic Jurists („Welayat-e-Faqih“) championed by the regime’s founder Khomeini, Kadivar stated the recent uprising was not a rebellion against everything but rather a demand for justice and fair elections. According to Kadivar, those who are shouting „Down with the Dictator“ in support of a democratic state based on separation of religion and state are „some young people … oriented towards the West“ but Kadivar himself and majority of his compatriots do „not want a complete separation of state and religion.“ So how exactly do the „reformists“ plan to make an Islamic regime a democracy so long as there is no separation of religion and state and how do they differ from the „hardliners“?

The two camps are not only fighting for political and theological gains, but economic power as well. The immense wealth accumulated by the heads of the state such as Khamenei, Khatami, and Rafsanjani are rarely brought up in these mainstream articles and interviews. In a recent Op-Ed in The New York Times, Roger Cohen states the former British ambassador to Iran told him with amusement that Iranians still believed the UK had influence in Iran. What the ambassador left out of that conversation was that the UK and other nations have a keen economic interest in preserving a corrupt and illegitimate government in Tehran to continue with their extortion of that nation’s wealth since their companies are embedded in Iran’s major industries such as nuclear, energy, and telecommunication. As soon as Iran is sanctioned, their companies start their black market bids to counter those sanctions. In these black market bids, the cost of a project is tripled or quadrupled and the Islamic Republic official in charge of the project gets a cut from the obscene markups.

Iran’s culture and heritage are often praised as one of the greatest and oldest in the world. An important distinction, however, is usually not made. That is, such greatness is based on their founding fathers‘ principles and legacies. It is the human rights legacy of Cyrus the Great that is honored as one of Iran’s greatest social and political achievements. Such Iranian ideals cannot co-exist with religious fanaticism. This is why brave Iranian people have been defying the theocratic dictatorship in Tehran for decades and with their recent massive acts of solidarity are able to show this to the world. It is their proud nationalist heritage that will guide them and keep their spirits strong despite the hardships and brutal government crackdowns. When Iranians achieve freedom from the fascist regime in Tehran, they can once again celebrate their past and future.

The Islamic Republic has been a tragedy for which Iranians continue to pay with their nation’s blood and wealth. Let’s not continue interviewing the „reformists“ or reporting what the „hardliners“ have to say. All the Ayatollah’s men have had their share for 30 years. Now the only words worth publishing are those by the Iranian people – „Down with the Dictator!“

Sheda Vasseghi obtained a Master’s degree in Ancient History with an emphasis on Persia from American Military University.

http://www.worldtribune.com/worldtribune/WTARC/2009/me_iran0585_07_22.asp

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