Alle paar Jahre veranstalten die Mullahs eine Volksverarschung, die sie gerne Wahlen nennen. Gestern war es wieder soweit, diesmal war das Parlament dran. Die Bezeichnung ist schon ein Witz: 290 Sitze für 75 Millionen Perser. Im Vergleich: Der Deutsche Bundestag hat aktuell 620 Sitze und repräsentiert fast 82 Millionen Bundesbürger.
Die paar Abgeordnete der IRI haben darüber hinaus nicht einmal irgendwelche Befugnisse. Die Männer und ein handvoll Frauen sind handverlesen und damit niemand den Mullahs vorwerfen kann, das Abgeordnetenhaus würde die Bevölkerung nicht wirklich repräsentieren, wurden auch einige jüdischen, kurdischen und Vertreter anderer Gruppen noch ins Parlament gesetzt – zum schönen Schein.
Die Perser zeigen dieser Unterhaltungsshow, die für das Ausland bestimmt ist, den Rücken, während das Regime alles versuchte, um zu zeigen: Die Menschen lieben uns und tun alles, um ihre Stimme abzugeben. Wie schön, dass der Westen aber lernfähig ist und – anders als in den Jahren zuvor – nicht einfach brav die offziellen Zahlen zu Wahlbeteiligung übernimmt.
Und wie ist die Show am gestrigen Tag nun ausgegangen? Anders als bei den Parlamentswahlen 2009, wo binnen weniger Stunden klar war, dass Ahmadinejad die Perser und die Welt noch weitere vier Jahre quälen darf, lassen sich die Mullahs diesmal etwas länger Zeit. Der Ausgang der Veranstaltung wird erst für morgen erwartet, es zeichnet sich aber ab, dass Ahmadinejad eine Niederlage einstecken muss. Wie überraschend auch, nachdem er vor Monaten bei dem Möchter-Gern-Führer Chamenei in Ungnade gefallen ist.
Ein iranischer Blog, der sich als ziemliche Enttäuschung entpuppt hat:
http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/02/15/wer-alles-hinter-allem-steckt/