Von einem befreundeten Blogger wurden wir auf dieses Bild aufmerksam gemacht
Es handelt sich um persische und israelische Helfer, die in Japan gemeinsam den in Not geratenen Menschen helfen. Für ein Foto haben sich die Helfer zusammengestellt – jeder mit der Fahne seines Landes. Und das wird in vielen Blogs regelrecht gefeiert. Für Perser ist das kein Grund in Jubelstürme auzubrechen, denn: Wir haben auch auf unserem Blog immer wieder darauf hingewiesen, dass die Perser mehrheitlich keine Antisemiten sind und sich nicht aufhetzen lassen gegen Israel und gegen Juden. Eine Tatsache, die die meisten Juden auch wissen.
Vor der Revolution gab es sehr gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel. Und womöglich besteht die älteste Freundschaft zwischen Menschen zwischen Persern und Juden. Im Iran leben Juden, niemand zeigt mit dem Finger auf sie oder grenzt sie aus. Dieser wahrgenommene Antisemitismus aus Teheran kommt von der Islamischen Republik, nicht vom Volk. So gesehen ist das oben gezeigte Foto nur eine Bestätigung dessen, was die meisten Perser immer und immer wieder sagen.
Dennoch ist die Nachricht, die mit dem Foto durch die Blogs ging, nicht korrekt. Bei den Persern handelte es sich um in Japan lebende Exil-Perser, die bei den Arbeiten mitangepackt haben. Die Mullahs haben niemanden nach Japan geschickt. Wenn dem so gewesen wäre hätten sie dafür gesorgt, dass es auch der letzte Mensch auf Erden mitbekommt. Fakt ist: Die Mullahs können niemanden schicken, weil sie niemanden haben – weder das Personal noch die Ausrüstung, die notwendig wäre. So muss sich also niemand Sorgen machen um die Perser auf dem Bild, es wird ihnen nichts passieren. Dieses Foto ist eine sehr schöne Geste und dennoch muss sie kritisiert werden: Die scheinbar persische Fahne ist eine Erfindung vor allem der linken Perser, die echte persische Fahne mit fadenschenigen Begründungen ablehnt und damit die gesamte Historie des Landes. Eine grün-weiß-rote Flagge mit dem Schriftzug Iran in der Mitte hat nie existiert und ist keine offizielle Fahne. Dies haben wir hier im Blog in der Vergangenheit bereits ausführlich erläutert.
[...] Vor der Revolution gab es sehr gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel. Und womöglich besteht die älteste Freundschaft zwischen Menschen zwischen Persern und Juden. Im Iran leben Juden, niemand zeigt mit dem Finger auf sie oder grenzt sie aus. Dieser wahrgenommene Antisemitismus aus Teheran kommt von der Islamischen Republik, nicht vom Volk. Weiterlesen → [...]
Ich habe den Artikel bei mir verlinkt weil ich finde, dass es glaubhaft zeigt, dass die Iraner eben kein kollektives Volk von Judenhassern sind. Die antisemitischen Stimmen die es aber gibt darf man genauso wenig ignorieren, und genauso wenig die leidvolle Geschichte der Juden in Iran.
Manchmal hilft es auch den Begriff “Volk” aufzuschlüsseln um dabei festzustellen, dass da einige Elemente nichts aber auch gar nicht mit dem iranischen Volk zu tu haben.
Danke für deinen Beitrag. Genau weil man das nicht für das gesamte Volk annehmen darf, habe ich bewusst über eine Mehrheit geschrieben, von der ich überzeugt bin, dass sie nicht anti-semitisch veranlagt ist.
“Regelrecht gefeiert” habe ich das Bild nicht, ich habe nur darauf aufmerksam gemacht. Viel Sympathie schlägt uns vom offiziellen Iran normalerweise nicht entgegen, darum ist es logisch (und wurde auch bei mir im Blog als Information nachgereicht), daß es sich um Iraner im Exil handelt.
Ich erinnere daran, daß das Regime im Iran israelische Hilfe nach einem schweren Erdbeben abgelehnt hat. Die iranische Regierung hat lieber eine große Zahl ihrer eigenen Bürger einem qualvollen Tode ausgesetzt, als auf israelische Hilfsangebote einzugehen.
Angesichts solcher Erfahrungen ist es wohl verständlich, daß wir in Israel dieses Bild begrüßt haben.
Daß das iranische Volk nicht antisemitisch ist, habe ich oft genug auf menem Blog erwähnt. Manchmal hilft es, wenn man nicht sofort nach Lesen eines Postings sich eine Meinung bildet, sondern zB mal die Suchfunktion nutzt.
Du bist nicht die einzige gewesen, der ein Fehler mit dem Bild unterlaufen ist, daher warst du nicht ganz alleine angesprochen. Wir haben hier nie auf unserem Blog bestritten, dass die IRI anti-semitisch und anti-israelisch ist. Wir bestreiten dies aber für die Mehrheit der Perser, die auch nicht anti-amerikanisch ist. Insofern sind solche Bilder wie die aus Japan nichts Besonderes sondern – wie bereits im Text erwähnt – nur eine Bestätigung.
Wir haben ein großes Anliegen: Wir bitten stets alle, die sich zum Iran äußern – mögen es Blogger oder Wissenschaftler sein – eines stets zu beachten: Die Islamische Republik repräsentiert nicht das persische Volk. Also sollte sie auch nicht mit ihr gleichgestellt werden. Dies hast du mit deinem Kommentar leider auch gemacht. Die Perser haben nach dem Erdbeben keine Hilfe abgelehnt, wohl aber das Regime. Dafür können aber die Menschen nichts. Die Erfahrung, von der du sprichst und dich deswegen über das Bild freust, sind zwei paar völlig verschiedene Schuhe.
[...] Vor der Revolution gab es sehr gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel. Und womöglich besteht die älteste Freundschaft zwischen Menschen zwischen Persern und Juden. Im Iran leben Juden, niemand zeigt mit dem Finger auf sie oder grenzt sie aus. Dieser wahrgenommene Antisemitismus aus Teheran kommt von der Islamischen Republik, nicht vom Volk. Weiterlesen → [...]
Die Beziehungen zwischen Iran und Israel bestanden sogar auch nach der “Isalamischen” “Revolution” noch verdeckt weiter. Als ein Jahr nach dieser sogenannten Revolution der Irak den Iran Angriff war Israel das einzigste Land im Nahen Osten, das Iran militärischen Beistand gewährte. Es gab angeblich sogar Waffenlieferungen. Erstaunlich, dass in diesem Fall der gemeinsame Glaube (mit den islamischen Regimen der arabischen Länder) keinerlei Rolle spielte.
Es ist alles politisches Kalkül: damals die geteilte Angst vor dem grösseren Übel Sadam Hussein, heute gibt es eine ähnliche Geheim-Diplomatie zwischen den arabischen Regimen und Israel, weil beide Seiten jetzt im Regime in Teheran die grösste Bedrohung für den Frieden sehen.