Ende Oktober besuchte der ehemalige Staatspräsident des Iran, Mohammad Chatami, die Bundesrepublik. In den Medien wurde über diesen Besuch kaum berichtet und die Öffentlichkeit nahm davon keine Notiz. Chatami, der Ambitionen hat im Sommer 2009 erneut für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, und dessen “Wahl” mit Blick auf die neue US-Regierung und die festgefahrene Situation aufgrund der aggressiven Politik Ahmadinejads als sehr wahrscheinlich gilt, wurde bei seinem Besuch von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Kirche empfangen. Bis heute ist es jedoch ein Rätsel geblieben, welchen Grund sein Aufenthalt in Deutschland hatte.
Die Freundlichkeit gegenüber Chatami ist für viele Exil-Perser nicht nur äußerst unverständlich, sie wirkt vor allem bedrohend. Denn im Zusammenhang mit Chatami ist eine Sache von besonderer Gefahr: Chatami wird von der westlichen Welt aufgrund seines moderaten Auftretens als “Reformer” gelobt. In der Tat, Chatami würde aggressive und in keinster Weise zu tolerierenden Äußerungen wie die von Ahmadinejad, die das Existensrechts Israels infrage stellen, niemals hervorbringen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Chatami ein Teil dieses totalitären Regimes ist. Würde er sich unterscheiden von den Stripenziehern, hätte er niemals auch nur annäherend die Möglichkeit gehabt Macht zu erlangen.
Der Zentralrat der Juden – in Person von Vizepräsident Dr. Dieter Graumann und Generalsekretär Stephan J. Kramer – hat auf den Besuch von Chatami mit einem offenen Brief reagiert, der an die Herren adressiert ist, die Chatami ohne jegliche Kritik empfangen haben. Der Zentralrat der Juden geht sehr dezidiert auf die Person Chatamis und seine achtjährige Amtszeit als Staatspräsident ein und nennt die menschenverachtenden Missstände beim Namen. Dabei zeichnet er ein genaues Bild über die Situation im Iran und macht die Rolle der Islamischen Republik im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus deutlich. Der Brief stärkt der persischen Opposition und dem persischen Volk nachhaltig den Rücken, denn er zeigt, dass es Menschen gibt, die die Klagen hören und sie nicht ignorieren. Der Brief ist auch ein Beleg dafür, dass es dem Mullah-Regime nicht gelungen ist die historische Freundschaft zwischen dem persischen und dem jüdsichen Volk zu zerstören
Es bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen ihre kritiklose Haltung gegenüber dem Mullah-Regime ebenso aufgeben wie ihre Appeasment-Politik und damit beginnen, den Menschen im Iran zu helfen.
Der Brief in seiner gesamten Länge ist zu lesen unter:
[...] zu Chatami Auf die Tatsache, dass Chatami hierzulande falsch eingeschätzt wird, wurde auf diesem Blog wiederholt hingewiesen. Ein weiteres Beispiel für die Viel zu [...]